13.02.2020, 11:44 Uhr

Koblenz (AFP) Dreieinhalb Jahre Gesamtstrafe in Prozess um Kriegsverbrechen in Syrien

OLG Koblenz verhängt eineinhalb Jahre Haft für Posieren mit abgetrenntem Kopf

Im Prozess um ein mutmaßliches Kriegsverbrechen im Syrien-Konflikt hat das Oberlandesgericht Koblenz (OLG) einen 34-Jährigen zu einer Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Für den konkret verhandelten Vorwurf, mit einem abgetrennten Kopf für ein Foto posiert zu haben, erhielt der Angeklagte Kassim A. eine Strafe von eineinhalb Jahren Gefängnis, wie das OLG am Donnerstag mitteilte.

Der Staatsschutzsenat sah es als erwiesen an, dass A. sich spätestens 2013 dem bewaffneten Widerstand gegen die syrische Regierung angeschlossen hatte. Spätestens im November 2013 posierte er demnach mit dem abgetrennten Kopf eines vermutlich gegnerischen Kämpfers in "einer den Getöteten verhöhnenden und herabwürdigenden Weise". Es gab laut OLG keine Anhaltspunkte dafür, dass A. den Kopf selbst abgetrennt haben oder daran beteiligt gewesen sein könnte.

Da A. schon mehrfach vorbestraft war, wurden die Urteile aus vorangegangenen Prozessen in das Strafmaß einbezogen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer drei Jahre und neun Monate Haft gefordert, die Verteidigung drei Jahre und drei Monate.

A. hatte den Tatvorwurf im Prozess gestanden. Das Foto hatte er nach der Tat anderen Menschen gezeigt. Nach Ansicht der Richter vertiefte er damit die Herabwürdigung des Getöteten. A. gab an, in dem bewaffneten Konflikt Angehörige verloren zu haben und selbst schwer verletzt worden zu sein.


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