12.02.2020, 16:23 Uhr

Washington (AFP) Marktforscher erwarten Rekordausgaben für Wahlwerbung in den USA

Das Internet wird für Wahlwerbung immer wichtiger.
Quelle: AFP/Archiv/DENIS CHARLET (Foto: AFP/Archiv/DENIS CHARLET)Das Internet wird für Wahlwerbung immer wichtiger. Quelle: AFP/Archiv/DENIS CHARLET (Foto: AFP/Archiv/DENIS CHARLET)

Internet wird immer wichtiger - Fernsehwerbung aber weiter dominant

Die Ausgaben für Wahlwerbung dürften in den USA einer Studie zufolge wegen der anstehenden Präsidentschaftswahl einen Rekordwert erreichen. Im Zeitraum 2019/2020 dürften 6,89 Milliarden Dollar (6,31 Milliarden Euro) für Wahlwerbung ausgegeben werden, erklärte das Marktforschungsinstitut eMarketer am Mittwoch. Das wäre ein Anstieg von 63 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren. Während das meiste Geld in TV-Werbung fließt, wird das Internet immer wichtiger - und Facebook ist der größte Profiteur.

Für die Untersuchung rechnet eMarketer Ausgaben für Werbung für die Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November und für weitere politische Kampagnen zusammen. Der Wahlkampf hatte bereits im vergangenen Jahr begonnen.

Die aufgeheizte politische Stimmung in den USA ist der Studie zufolge ein wichtiger Grund für den Anstieg der Werbeausgaben. "Das sehr parteipolitisch geprägte Umfeld lässt mehr US-Bürger Geld an ihre bevorzugten Kandidaten spenden als in früheren Wahlperioden", erklärte eMarketer. Deswegen stehe auch mehr Geld für Wahlwerbung zur Verfügung.

Der Großteil des Geldes wird der Untersuchung zufolge in Fernsehwerbung fließen: eMarketer rechnet mit 4,5 Milliarden Dollar, das entspricht zwei Drittel der Gesamtausgaben. Das Fernsehen sei trotz sinkender Zuschauerzahlen immer noch ein gutes Mittel, Wähler zu erreichen - insbesondere ältere Menschen,die häufig zur Wahl gingen, erklärte eMarketer-Analyst Eric Haggstrom.

Die Ausgaben für digitale Werbung dürften demnach um mehr als 200 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar ansteigen. Das entspricht knapp 20 Prozent der gesamten Wahlwerbung. Facebook dürfte knapp 60 Prozent davon einstreichen und Google 18 Prozent - insbesondere über seine Videoplattform Youtube. Andere Online-Dienste erhalten demnach 22 Prozent. Der Vorteil von Internetwerbung liegt laut eMarketer in der Möglichkeit, zielgerichtete Botschaften schnell an bestimmte Wählergruppen zu senden.

US-Präsident Donald Trump wird sich im November um eine zweite Amtszeit bewerben. Bei den oppositionellen Demokraten haben die Vorwahlen zur Bestimmung des Präsidentschaftskandidaten begonnen. Der Wahlkampf um das Weiße Haus dürfte angesichts der tiefen Gräben zwischen Trumps Republikanern und den Demokraten besonders erbittert geführt werden.


0 Kommentare