10.02.2020, 08:55 Uhr

Tokio (AFP) Rund 60 weitere Coronavirus-Fälle auf japanischem Kreuzfahrtschiff

Rund 60 weitere Coronavirus-Fälle auf japanischem Kreuzfahrtschiff.
Quelle: AFP/CHARLY TRIBALLEAU (Foto: AFP/CHARLY TRIBALLEAU)Rund 60 weitere Coronavirus-Fälle auf japanischem Kreuzfahrtschiff. Quelle: AFP/CHARLY TRIBALLEAU (Foto: AFP/CHARLY TRIBALLEAU)

WHO-Chef: Ausbreitung außerhalb Chinas könnte nur die "Spitze des Eisbergs" sein

In Japan sind an Bord eines unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffes Medienberichten zufolge rund 60 neue Coronavirus-Fälle festgestellt worden. Damit erhöhe sich die Zahl der Infizierten an Bord der "Diamond Princess" auf rund 130, berichtete der Sender NHK am Montag. Das japanische Gesundheitsministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Die "Diamond Princess" steht seit Anfang vergangener Woche vor der japanischen Küste unter Quarantäne, die noch bis 19. Februar andauern soll. An Bord befinden sich etwa 3700 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Auslöser der Maßnahme war der Fall eines 80-jährigen Passagiers, der die "Diamond Princess" in Hongkong verlassen hatte und dann dort positiv auf das Coronavirus 2019-nCoV getestet worden war.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnte, die bisher bekannten Fälle außerhalb Chinas könnten nur "die Spitze des Eisbergs" sein. Tatsächlich könnten sie auf eine weitaus größere Ausbreitung des Erregers hindeuten, schrieb er am Sonntag im Onlinedienst Twitter.

Die britische Regierung stufte die Epidemie am Montag als "ernsthafte und unmittelbar bevorstehende Bedrohung" ein. Das britische Gesundheitsministerium kündigte zudem neue Maßnahmen zum Schutz der Öffentlichkeit an. So können unter anderem Infizierte künftig gegen ihren Willen unter Quarantäne gestellt werden.

In Festlandchina sind nach Angaben der Behörden bereits mehr als 40.000 Menschen an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Mehr als 900 Infizierte starben. Damit hat der Erreger mehr Todesfälle verursacht als die durch andere Coronaviren ausgelösten Atemwegserkrankungen Sars und Mers. An Sars starben in den Jahren 2002/2003 weltweit 774 Menschen, die meisten in Festland-China und Hongkong. Der im September 2012 ausgebrochenen Mers-Epidemie erlagen 858 Menschen.

Von China aus hat sich der Erreger in mehr als zwei Dutzend weitere Länder ausgebreitet. In Deutschland gibt es bislang 14 nachgewiesene Infektionen. Die Testergebnisse von 20 Deutschen, die am Sonntag aus der besonders stark betroffenen chinesischen Metropole Wuhan ausgeflogen und in einer Berliner Klinik unter Quarantäne gestellt worden waren, sollen am Montag bekanntgegeben werden.


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