09.02.2020, 11:50 Uhr

Berlin (AFP) Bericht: Zahl der Bestellungen von Organspende-Ausweisen verdoppelt

Bundestagsdebatte über Organspende.
Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)Bundestagsdebatte über Organspende. Quelle: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN (Foto: AFP/Archiv/Odd ANDERSEN)

Deutlicher Anstieg nach Debatte über Widerspruchslösung

Die politische Debatte über neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Registrierung von Organspendern hat offenbar die Spendenbereitschaft deutlich erhöht. Wie das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Sonntag berichtete, wurden im Januar 740.000 Organspende-Ausweise bestellt. Dies seien mehr als doppelt so viel wie in den Monaten zuvor.

Das Magazin berief sich auf Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach gab es 2019 durchschnittlich rund 330.000 Bestellungen von Organspendeausweisen pro Monat. Im gesamten vergangenen Jahr seien es etwa vier Millionen Bestellungen gewesen.

Auch die Informationsseite der BZgA zur Organspende verzeichnete dem Bericht zufolge eine stark erhöhte Nachfrage. Im Januar seien 175.500 Aufrufe registriert worden, in den Monaten davor durchschnittlich rund 30.000.

Der Bundestag hatte Mitte Januar nach einer intensiven Debatte beschlossen, dass für eine Organspende wie bisher die ausdrückliche Zustimmung des Spenders oder seiner engen Angehörigen erforderlich ist. Den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützten Vorschlag einer Widerspruchslösung lehnten die Abgeordneten dagegen mit deutlicher Mehrheit ab. Gemäß diesem Vorschlag wäre jeder Mensch zum potenziellen Spender geworden, der nicht aktiv widersprochen hätte.

Einigkeit bestand in der Debatte darüber, dass die Zahl der Organspenden erhöht werden soll. Die Befürworter der Zustimmungslösung wollen dies unter anderem durch mehr Informationsangebote erreichen.


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