07.02.2020, 12:38 Uhr

Washington (AFP) USA töten Chef von Al-Kaida-Unterorganisation im Jemen

Fotos von Kassim al-Rimi aus einem Dokument des jemenitischen Innenmisteriums.
Quelle: YEMENI MINISTRY OF INTERIOR/AFP/Archiv/- (Foto: YEMENI MINISTRY OF INTERIOR/AFP/Archiv/-)Fotos von Kassim al-Rimi aus einem Dokument des jemenitischen Innenmisteriums. Quelle: YEMENI MINISTRY OF INTERIOR/AFP/Archiv/- (Foto: YEMENI MINISTRY OF INTERIOR/AFP/Archiv/-)

Aqap bekannte sich zu Angriff auf Militärbasis in Florida mit drei Toten

Die USA haben den Chef einer Unterorganisation des Terrornetzwerks Al-Kaida bei einem Einsatz im Jemen getötet. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag (Ortszeit), auf seinen Befehl hin sei der Chef von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap), Kassim al-Rimi, bei einer "Anti-Terror-Operation" in dem Bürgerkriegsland "erfolgreich eliminiert" worden.

Nähere Angaben zu dem Einsatz, der zum Tod al-Rimis führte, machte die US-Regierung nicht. Trump erklärte, durch die Tötung des Aqap-Chefs werde dessen Organisation "weiter geschwächt". Dadurch rücke ein Ende der Bedrohung durch Aqap und das globale Al-Kaida-Netzwerk näher.

Al-Rimi hatte erst vor wenigen Tagen in einer Audiobotschaft erklärt, dass seine Organisation hinter dem von einem saudiarabischen Soldaten verübten Schusswaffenangriff im Dezember auf einem Militärstützpunkt im Bundesstaat Florida stehe. Bei diesem Angriff waren drei US-Soldaten getötet und acht weitere Menschen verletzt worden. Der Angreifer wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Unter al-Rimis Führung habe Aqap zahllose Angriffe auf die USA und deren Streitkräfte selber verüben oder dazu anstacheln wollen, erklärte Trump weiter. Er machte den Aqap-Chef auch für "skrupellose Gewalt" gegen Zivilisten im Jemen verantwortlich.

Aqap war im Jahr 2009 durch den Zusammenschluss des saudiarabischen und des jemenitischen Zweiges von Al-Kaida entstanden. Im jemenitischen Bürgerkrieg verübt die Organisation Anschläge sowohl gegen die Regierungstruppen als auch gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Washington betrachtet Aqap als den gefährlichsten Ableger des weltweiten Dschihadisten-Netzwerks.

Al-Rimi war nach Angaben der US-Regierung Al-Kaida in den neunziger Jahren beigetreten. In Afghanistan habe er damals für Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden gearbeitet. Bin Laden wurde im Jahr 2011 von US-Spezialkräften in einem Versteck in Pakistan getötet.

"Wir werden das amerikanische Volk weiterhin schützen, indem wir Terroristen, die uns Schaden zufügen wollen, aufspüren und ausschalten", erklärte Trump.

Auch al-Rimis Vorgänger Nasir al-Wuhaischi war 2015 durch die USA bei einem Drohneneinsatz im Jemen getötet worden. Im Jahr darauf wurde zudem der wichtige Aqap-Kommandeur Dschalal Belaidi, alias Abu Hamsa, durch eine US-Drohne getötet.

Belaidi soll 2013 an der Planung von Bombenanschlägen auf westliche Botschaften in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa beteiligt gewesen sein. Die US-Regierung hatte fünf Millionen Dollar Belohnung für Informationen über den einflussreichen Kommandeur ausgeschrieben.

Im Oktober vergangenen Jahres hatten US-Spezialkräfte den Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, in Syrien aufgespürt und getötet. Nach dem IS-Anführer hatten die US-Geheimdienste und -Streitkräfte jahrelang gefahndet, er galt als der meistgesuchte Mann der Welt.

Drei Monate später tötete das US-Militär bei einem gezielten Drohenangriff im Irak den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani. In der Folge verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran massiv.


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