04.02.2020, 09:12 Uhr

Nairobi (AFP) Kenias Ex-Präsident Daniel arap Moi gestorben

Daniel Arap Moi im Jahr 1997 . Quelle: AFP/Archiv/ALEXANDER JOE (Foto: AFP/Archiv/ALEXANDER JOE)Daniel Arap Moi im Jahr 1997 . Quelle: AFP/Archiv/ALEXANDER JOE (Foto: AFP/Archiv/ALEXANDER JOE)

Langjähriger Staatschef regierte mit harter Hand

Der frühere kenianische Präsident Daniel arap Moi ist tot. Der langjährige Staatschef starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren, wie die Regierung in Nairobi mitteilte. Moi stand von 1978 bis 2002 an der Spitze des ostafrikanischen Landes. Über lange Phasen seiner Amtszeit regierte er mit harter Hand.

Moi sei am Dienstagmorgen im Beisein seiner Familie in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Nairobi gestorben, erklärte Präsident Uhuru Kenyatta. Sein Tod erfülle ihn mit "tiefer Trauer". Kenyatta würdigte Moi als einen der führenden Kämpfer für die Unabhängigkeit Kenias, sein politisches Erbe zähle zu den "größten in Afrika". Bis zur Beerdigung Mois gilt in Kenia Staatstrauer. Einen Termin für das geplante Staatsbegräbnis steht noch nicht fest.

Moi war erst der zweite Präsident Kenias nach dem "Vater der Unabhängigkeit", Jomo Kenyatta. Dieser hatte die ehemalige britische Kolonie von 1963 bis zu seinem Tod 1978 regiert. Unter Mois Präsidentschaft wurde die Opposition unterdrückt und ein Ein-Parteien-System installiert.

Später öffnete Moi unter dem Druck der Zivilgesellschaft und des Auslands das politische System wieder für andere Parteien. Im Jahr 2002 trat er ab. Die Verfassung verbot ihm damals eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt.

Moi wurde zugute gehalten, für weitgehende Stabilität in Kenia gesorgt zu haben. Zugleich war seine Präsidentschaft aber auch von weit verbreiteter Korruption geprägt. Laut einem Untersuchungsbericht der britischen Unternehmensberatung Kroll aus dem Jahr 2007 sollen Mois Familie und seine Vertrauten während der 24-jährigen Amtszeit des Präsidenten insgesamt eine Milliarde Dollar veruntreut haben.

Kritiker des Langzeitpräsidenten beklagten eine "Rehabilitierung" Mois in den vergangenen Jahren. Kenyatta, sein Rivale Raila Odinga und andere Politiker statteten dem Ex-Staatschef regelmäßig Besuche ab. Seit 2017 wird in Kenia auch wieder der zwischenzeitlich abgeschaffte Feiertag zu Ehren des früheren Präsidenten begangen.


0 Kommentare