02.02.2020, 09:25 Uhr

Iowa City (AFP) Demokraten umwerben kurz vor erster Vorwahl Bürger in Iowa


Kür von Trump-Herausforderer startet am Montag

Kurz vor dem Beginn der Vorwahlen bei den US-Demokraten haben die Präsidentschaftskandidaten der Partei noch einmal alles gegeben, um die Wähler im Bundesstaat Iowa zu mobilisieren. Am Samstag und Sonntag suchten in dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen der USA zahlreiche der insgesamt elf demokratischen Präsidentschaftsbewerber den Kontakt zu den Wählern. Im Gegensatz zu den US-weiten Umfragen liegt der linksgerichtete Senator Bernie Sanders in dem Bundesstaat knapp vor dem früheren Vizepräsidenten Joe Biden.

"Wir müssen den gefährlichsten Präsidenten in der jüngeren Geschichte unseres Landes besiegen", sagte der 78-jährige Sanders mit Blick auf US-Präsident Donald Trump bei einem Auftritt vor rund 3000 Anhängern in Cedar Rapids. "Montagabend in Iowa fängt alles an."

In Iowa leben nur knapp 3,2 Millionen Menschen. Dennoch ist der Bundesstaat von zentraler Bedeutung für das Rennen um das Weiße Haus, weil hier traditionell die Vorwahlen beginnen. Ein guter Start in Iowa kann die Aussichten eines Bewerbers auf die Präsidentschaftskandidatur befeuern - ein schlechtes Abschneiden bedeutet häufig bereits das Ende des Weges.

Die Bewerber absolvieren daher traditionell zahlreiche Wahlkampfauftritte in dem Bundesstaat. In diesem Jahr allerdings hatten die Senatoren unter ihnen ein Handicap - wegen des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump konnten sie Washington nur am Wochenende verlassen. Dies betraf neben Sanders auch die prominenten Senatorinnen Elizabeth Warren und Amy Klobuchar, die am Endspurt-Wochenende in Iowa auftraten.

Die zur Parteilinken zählende Warren machte bei einem Auftritt vor rund 900 Wählern in Iowa City am Samstag Front gegen Mitbewerber Michael Bloomberg, der erst spät ins Rennen bei den Demokraten eingestiegen war und die Vorwahlen in den ersten vier Bundesstaaten auslässt: Es sei bedauernswert, dass ein Milliardär sich einfach einen Platz in den Fernsehdebatten der Präsidentschaftsbewerber "kaufen" könne, schimpfte sie.

Mehr Zeit für Wahlkampftermine in Iowa als die demokratischen Senatoren hatte neben Ex-Vizepräsident Biden auch der 38-jährige Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg. Bei seinen vielen Auftritten setzte er darauf, besser als der 77-jährige Biden bei jungen Wählern punkten zu können und weniger zu polarisieren als Sanders. In Iowa kann aber auch Klobuchar aus Iowas Nachbarstaat Minnesota auf einen Überraschungserfolg hoffen, nachdem sie in den Umfragen langsam, aber stetig zugelegt hat.

Laut einer aktuellen Umfrage ist fast jedes zweite Mitglied der Demokratischen Partei in Iowa kurz vor der Wahl am Montagabend (Ortszeit) noch unsicher, wen es zum Präsidentschaftskandidaten wählen will. Die Vorwahl findet in dem Bundesstaat in Form eines so genannten Caucus statt: Die mehr als 600.000 für die Wahl registrierten Mitglieder der Partei kommen in knapp 1700 Orten von der Schule über die Sporthalle bis hin zum Wohnzimmer zusammen, um ihre Stimme abzugeben. Dies tun sie, indem sie sich unter ein Banner mit dem Namen ihres bevorzugten Bewerbers stellen.

Die Vorwahlen enden Anfang Juni. Mitte Juli findet der Nominierungsparteitag der Demokraten statt. Gewählt wird der künftige US-Präsident am 3. November.


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