31.01.2020, 01:05 Uhr

Wuhan (AFP) Zahl der Todesopfer durch Virus in China steigt um 43 auf mindestens 213

In vielen chinesischen Städten Chinas gilt eine Mundschutzpflicht. Quelle: AFP/Archiv/NICOLAS ASFOURI (Foto: AFP/Archiv/NICOLAS ASFOURI)In vielen chinesischen Städten Chinas gilt eine Mundschutzpflicht. Quelle: AFP/Archiv/NICOLAS ASFOURI (Foto: AFP/Archiv/NICOLAS ASFOURI)

Gesamtzahl der Infektionen wächst um rund 2000 - Franzosen aus Wuhan ausgeflogen

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist um 43 auf insgesamt mindestens 213 gestiegen. Dies teilte der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung am Freitag in seiner täglichen Zwischenbilanz der Krise mit. Es handelt sich um den höchsten Anstieg der verzeichneten Todesfälle innerhalb eines Tages seit Ausbreitung des Erregers.

Die Gesamtzahl der in China offiziell bestätigten Infektionsfälle stieg ebenfalls erneut sprunghaft um 1982 auf rund 9700 an. Rund 102.000 weitere Patienten werden den Angaben zufolge wegen Verdachts auf das Virus medizinisch beobachtet.

42 der 43 neuen Todesfälle wurden den Angaben zufolge in der zentralchinesischen Provinz Hubei verzeichnet. Die Provinz ist am stärksten von der Epidemie betroffen und weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Die 42 neuen Todesfälle in Hubei waren bereits kurz vor der neuen Zwischenbilanz des Gesundheitsausschusses von den Behörden bekanntgegeben worden. Hinzu kam nun noch ein neuer Todesfall außerhalb dieser Provinz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstag wegen des Virus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Außerhalb von China gibt es inzwischen mehr als 50 Infektionsfälle in mindestens 18 Ländern.

In Deutschland wurde ein fünfter Ansteckungsfall bestätigt. Wie bei den anderen vier deutschen Fällen handelt es sich um einen Mitarbeiter des im oberbayerischen Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte.

Unterdessen ging die Rückholung ausländischer Staatsbürger aus der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei weiter. Eine französische Militärmaschine mit rund 200 Bürgern hob am Freitagmorgen (Ortszeit) von Wuhan ab, wie mitreisende Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die ausgeflogenen Franzosen sollen zwei Wochen lang in dem südfranzösischen Badeort Carry-le-Rouet nahe Marseille unter Quarantäne gehalten werden, wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte.

Die USA und Japan hatten bereits am Mittwoch insgesamt rund 400 Bürger aus Wuhan ausgeflogen. Auch die Bundesregierung will etwa hundert Deutsche aus Wuhan ausfliegen. Laut Medienberichten ist dies für Samstag geplant. Auch die deutschen Rückkehrer sollen vermutlich zwei Wochen lang in Quarantäne genommen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu dem Magazin "Focus", solange nicht geklärt sei, ob die Rückkehrer an dem Virus erkrankt seien, "können wir sie nicht in den Alltag entlassen". Die Quarantäne sei sachgerecht, um diese Menschen und ihr Umfeld zu schützen.

Einer Abriegelung von Starnberg, in der es die bisher bestätigten fünf deutschen Infektionsfälle gibt, hält Spahn hingegen nicht für notwendig: "Wir achten sehr genau darauf, angemessen zu reagieren." Das Coronavirus sei weniger ansteckend als eine Maserninfektion, hob der Minister hervor.


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