30.01.2020, 10:53 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Deutsche Bank macht 2019 Verlust von insgesamt 5,7 Milliarden Euro

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Boris Roessler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Boris Roessler)Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Boris Roessler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Boris Roessler)

Finanzinstitut sieht sich bei großangelegtem Umbau aber auf Kurs

Der umfassende Konzernumbau hat der Deutschen Bank im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen beschert: Der Verlust nach Steuern betrug 2019 knapp 5,3 Milliarden Euro, das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis sogar minus 5,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Allein im vierten Quartal betrug der Nettoverlust demnach rund 1,5 Milliarden Euro. Er sei "vollständig zurückzuführen auf die umbaubedingten Belastungen".

Diese Belastungen "liegen weitgehend im erwarteten Rahmen", erklärte die Bank. Sie hatte im vergangenen Sommer eine umfassende Neuaufstellung beschlossen, um profitabler und kundenorientierter zu werden. Die "radikalste Transformation der Deutschen Bank seit zwei Jahrzehnten" habe "natürlich" ihren Preis, sagte Konzernchef Christian Sewing in Frankfurt am Main, der Jahresverlust hätte "niemanden überraschen" sollen.

Beim Umbau sieht Sewing sein Unternehmen aber im Plan: "Wir sind auf einem guten Weg und unsere Strategie greift", sagte er. Die Deutsche Bank habe "in manchen Bereichen sogar mehr abgearbeitet als ursprünglich geplant". Das Kreditinstitut verbuchte nach eigenen Angaben bereits 70 Prozent der bis 2022 erwarteten Gesamtkosten für den Umbau und ist "zuversichtlich", diesen mit vorhandenen Mitteln stemmen "und nun wieder wachsen zu können".

2018 hatte Deutschlands größte Bank nach drei Verlustjahren 341 Millionen Euro Nettogewinn gemacht. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis ist 2019 dagegen das fünfte Jahr in Folge negativ. Die Bank hatte zuletzt umgerechnet knapp 88.000 Vollzeit-Mitarbeiter, etwa 4000 weniger als ein Jahr zuvor.

Der Bonustopf für die Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank fällt nach "Handelsblatt"-Informationen für das vergangene Geschäftsjahr mit gut 13 Millionen Euro etwa halb so groß aus wie im Vorjahr. Wie Aufsichtsratsvize Detlef Polascheck der Zeitung sagte, verzichteten sie "von sich aus" auf ihre "individuelle erfolgsabhängige Vergütung". Für die verlustreichen Geschäftsjahre 2016 und 2017 hatte der Vorstand auf Boni verzichtet. Erst 2018 ließ sich die Führungsriege wieder eine variable Vergütung zahlen.


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