27.01.2020, 09:40 Uhr

Berlin (AFP) Anklage gegen Urheber rechtsextremer Drohschreiben

Justitia. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arne Dedert)Justitia. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arne Dedert)

31-Jähriger soll konkrete Anschläge geplant haben

In der vor etwa einem Jahr bekannt gewordenen Serie von E-Mails mit rechtsextremen Gewaltandrohungen hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen den im vergangenen April festgenommenen André M. erhoben. Ihm würden unter anderem Anleitung zur Begehung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten, Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten, schwere Nötigung sowie versuchte räuberische Erpressung und Bedrohung vorgeworfen, teilten die Ermittler am Montag mit.

Insgesamt werden dem 31-Jährigen demnach 107 Taten vorgeworfen, die er zwischen Oktober 2018 und April 2019 begangen haben soll. Laut Anklageschrift plante er zunächst, Gewalthandlungen gegenüber staatlichen Einrichtungen und anderen Repräsentanten des "kapitalistischen Systems" zunächst öffentlichkeitswirksam anzudrohen. Später habe er sie entsprechend seinen Phantasien von der Errichtung einer "nationalen sozialistischen Ordnung" auch in die Tat umsetzen wollen.

Ab Dezember 2018 soll M. unter dem Absender "NationalSozialistischeOffensive" an Mitglieder des Bundestags, Gerichte, Polizeidienststellen, Behörden, Einkaufszentren und Medien Drohschreiben versandt haben. Angedroht haben soll er der Staatsanwaltschaft zufolge Sprengstoffanschläge und weitere Tötungsdelikte.

Den Ermittlern zufolge ist M. einschlägig erheblich vorbelastet. Er sei wegen Sprengstoff-, Brand- und Körperverletzungsdelikten vorbestraft gewesen und erst wenige Wochen vor Beginn seiner Drohserie aus der Haft entlassen worden. Bei ihm seien detaillierte Anleitungen zum Bau von Sprengvorrichtungen gefunden worden, die er aus dem Internet heruntergeladen und teilweise ergänzt haben soll.


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