21.01.2020, 05:42 Uhr

Peking (AFP) Zahl der Todesfälle durch neuartiges Virus in China auf vier gestiegen

Infizierter wird in Wuhan in Klinik gebracht. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)Infizierter wird in Wuhan in Klinik gebracht. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)

WHO beruft Krisensitzung zu Lungenerkrankung ein

An der neuartigen Lungenkrankheit in China ist ein weiterer Mensch gestorben. Der 89-jährige Mann erlag in einem Krankenhaus der zentralchinesischen Stadt Wuhan seinen Atembeschwerden, wie die chinesischen Behörden am Dienstag mitteilten. Die Gesamtzahl der registrierten Todesopfer stieg damit auf vier.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will sich am Mittwoch in einem Krisentreffen mit der neuartigen Krankheit befassen. Ein Notfallkomitee will darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen wird. Die Sorgen wurden durch Aussagen des chinesischen Forschers Zhong Nanshan verstärkt, wonach das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Die chinesischen Behörden hatten am Montag eine starke Ausbreitung der Lungenkrankheit bekanntgegeben. Demnach gibt es landesweit inzwischen etwa 220 registrierte Infizierte. Zuvor war nur von einigen Dutzend Patienten die Rede gewesen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden war das neuartige Coronavirus zuerst im Dezember auf einem Fisch- und Geflügelmarkt von Wuhan aufgetreten. In der Stadt gibt es auch die mit Abstand meisten Erkrankungen durch den Erreger. Mittlerweile fünf bestätigte Fälle der Krankheit traten auch in Peking sowie zwei in Shanghai auf.

Zudem wurden bislang insgesamt vier Fälle der neuartigen Erkrankung in Japan, Südkorea und Thailand von den Behörden verzeichnet. Alle diese Patienten waren zuvor nach Wuhan gereist. Auch in Australien wurde ein Mann auf das Virus getestet, die Ergebnisse wurden aber noch nicht mitgeteilt. Der Patient war ebenfalls kürzlich aus Wuhan zurückgekehrt, wie der australische Sender ABC am Dienstag berichtete.

Das neue Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.


0 Kommentare