20.01.2020, 14:53 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Flugbegleitergewerkschaft UFO legt Streikvorbereitungen bei Lufthansa auf Eis

Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt am Main. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Silas Stein (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Silas Stein)Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt am Main. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Silas Stein (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Silas Stein)

Airline unterbreitet neue "Lösungsinitiative"

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO legt ihre Vorbereitungen für weitere Streiks bei der Lufthansa vorerst auf Eis. UFO habe am Montagmorgen von der Airline einen "neuen Lösungsansatz" erhalten, teilte die Gewerkschaft mit. Die Lufthansa bestätigte die "Lösungsinitiative"; über den Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. Eine Sprecherin sagte, Streiks seien immer der falsche Weg.

UFO-Vizechef Daniel Flohr erklärte, angesichts des neuen Lufthansa-Vorschlags "haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt, um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben". Details wollte auch die Gewerkschaft "nicht öffentlich diskutieren". Inwiefern von der Airline angebotene neue Verhandlungstermine "hierzu genutzt werden können, klären wir mit Lufthansa bilateral", erklärte Flohr mit Blick auf mögliche weitere Gespräche.

Am vergangenen Donnerstag waren abermals Gespräche über eine mögliche Schlichtung zwischen den Streitparteien gescheitert. UFO wollte daraufhin an diesem Mittwoch neue "deutlich ausgeweitete" Arbeitskampfmaßnahmen im Lufthansa-Konzern verkünden.

Beide Seiten streiten seit Monaten über Tarifverträge nicht nur bei der Kernmarke, sondern auch bei mehreren Tochter-Airlines der Lufthansa. Zuletzt hatten Flugbegleiter bei der Tochter Germanwings, die für Eurowings fliegt, drei Tage bis Neujahr gestreikt. Die Airline musste etwa 200 von 1200 Flügen streichen.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Das Vertrauensverhältnis ist tief gestört.


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