16.01.2020, 12:48 Uhr

Paris (AFP) Macron und Johnson nehmen an Libyen-Konferenz in Berlin teil

Werden in Berlin erwartet: Macron, Johnson, Erdogan (v.l.). Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/Murat CETINMUHURDAR (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/Murat CETINMUHURDAR)Werden in Berlin erwartet: Macron, Johnson, Erdogan (v.l.). Quelle: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/Murat CETINMUHURDAR (Foto: TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv/Murat CETINMUHURDAR)

Italiens Ministerpräsident als Vorbereitung zu Gesprächen in Algerien

Drei Tage vor der in Berlin stattfindenden Libyen-Konferenz haben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ihre Teilnahme zugesagt. Der französische Staatschef wird am Sonntag in die deutsche Hauptstadt reisen, bestätigte der Élysée-Palast am Donnerstag. Macron habe am Morgen "mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonisch die Konferenz vorbereitet", hieß es in der Erklärung. Johnsons Sprecher sagte, der Premier käme nach Berlin, um "die Bemühungen um einen Waffenstillstand zu unterstützen".

Ziel der internationalen Konferenz ist es, einen Friedensprozess in dem nordafrikanischen Krisenstaat in Gang zu setzen. Derzeit gilt in Libyen eine von Russland und der Türkei vermittelte Feuerpause. Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe waren aber am Dienstag in Moskau gescheitert. Die Konferenz in Berlin soll die Konfliktparteien unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen an einen Gesprächstisch zurückbringen. Die deutsche Bundesregierung dämpfte im Vorfeld allerdings die Erwartungen und nannte das Zusammentreffen einen "Auftakt für Friedensgespräche".

Zu der Konferenz wurden neben hochrangigen Vertretern aus den USA, Russland, der Türkei, Frankreich, China, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch der Chef der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis, Fajes al-Sarradsch, sowie der abtrünnige libysche General Chalifa Haftar eingeladen. Beide müssen ihre Teilnahme aber noch bestätigen. Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hingegen sagten bereits zu.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte traf unterdessen am Donnerstag zu einem kurzen Besuch in Algeriens Hauptstadt Algier ein. Die Treffen mit dem algerischen Regierungschef Abdelaziz Djerad und dem Präsidenten Abdelmadjid Tebboune dienten der Vorbereitung der Libyen-Konferenz, teilte das algerische Außenministerium mit.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Im April vergangenen Jahres startete der abtrünnige General Haftar eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis und die dortige Regierung.


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