16.01.2020, 12:06 Uhr

Düsseldorf (AFP) Bericht: Umfrage für Finanzministerium zeigt große Zuneigung zum Steuernzahlen

Geldscheine im Portemonnaie. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Lino Mirgeler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Lino Mirgeler)Geldscheine im Portemonnaie. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Lino Mirgeler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Lino Mirgeler)

Knappe Mehrheit schätzt eigene Belastung aber als zu hoch ein

Eine Umfrage im Auftrag des Bundesfinanzministeriums zeigt einem Bericht zufolge eine breite Zuneigung der Bürger zum Zahlen von Steuern. 76 Prozent gaben in der Erhebung an, persönlich gern Steuern zu zahlen und damit einen Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten, wie die "Rheinische Post" am Donnerstag berichtete. Zugleich sagten demnach 53 Prozent der Teilnehmer, sie müssten persönlich zu viele Steuern und Abgaben zahlen.

In der Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Kantar Public gaben dem Bericht zufolge 77 Prozent an, der Staat solle für gute Lebensbedingungen sorgen und seine Bürger absichern, "auch wenn dies mit höheren Steuern verbunden ist". Allerdings teilten demnach nur 38 Prozent die Meinung, dass Steuergeld im Allgemeinen sinnvoll verwendet wird.

Acht von zehn Befragten (82 Prozent) beklagten, dass es keine Steuergerechtigkeit gebe, "weil die Reichen doch immer einen Weg finden, um weniger Steuern zu zahlen als sie müssten". Steuerhinterziehung müsse hart bestraft werden, findet die große Mehrheit der Bürger - egal, ob es sich bei den Schuldigen um Unternehmen (97 Prozent) oder Privatpersonen (92 Prozent) handelt.

Auf die Frage nach den wichtigsten finanzpolitischen Handlungsfeldern nannten laut dem Bericht 90 Prozent der Umfrageteilnehmer mehr Investitionen in Bildung und Erziehung. Auf Platz zwei folgten mit 87 Prozent Mehrausgaben für die Pflege, Investitionen in mehr bezahlbaren Wohnraum nannten 80 Prozent der Befragten.

Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping erklärte zu der Umfrage, zwar zahlten die meisten Deutschen gerne Steuern. "Wichtiger wäre jedoch, dass 100 Prozent der Konzerne ordentlich Steuern auf ihre Gewinne bezahlen und sich nicht durch Steuertricks wie fiktive Lizenzgebühren arm rechnen." Nötig sei eine "klare Kante gegen Steuerhinterziehung und Steuervermeidung", erklärte die Parteivorsitzende in Berlin.


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