15.01.2020, 08:34 Uhr

Washington (AFP) Früherer Trump-Berater will Schuldbekenntnis in Russland-Affäre zurückziehen

Michael Flynn . Quelle: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Alex Wroblewski (Foto: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Alex Wroblewski)Michael Flynn . Quelle: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Alex Wroblewski (Foto: GETTY IMAGES/AFP/Archiv/Alex Wroblewski)

Flynn hatte Lügen gegenüber FBI zugegeben

Der frühere Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Michael Flynn, will sein Schuldbekenntnis in der Russland-Affäre zurückziehen. Einen entsprechenden Antrag stellte Flynns Anwältin am Dienstag bei Gericht. Der frühere Berater von Präsident Donald Trump erhebt demnach den Vorwurf, dass die Bundesanwaltschaft eine mit ihm eingegangene Vereinbarung gebrochen habe. In dem Antrag von Verteidigerin Sidney Powell wird den Strafverfolgern "Rachsucht" vorgeworfen.

Flynn hatte sich im Dezember 2017 im Rahmen der Vereinbarung schuldig bekannt, die Bundespolizei FBI über seine Kontakte zum ehemaligen russischen Botschafter Sergej Kisljak belogen haben. Von der Vereinbarung erhoffte sich der frühere General eine relativ milde Strafe. Über seinen jetzigen Antrag auf Rücknahme seines Schuldplädoyers muss ein Richter entscheiden. Die Verkündung des Strafmaßes für Flynn ist bislang für den 28. Januar angesetzt.

Flynn ist nach Angaben seiner Verteidigerin erzürnt darüber, dass die Bundesanwälte von ihm verlangt hätten, auch die Kaschierung der Tätigkeit seiner Lobbyfirma für die Türkei einzugestehen. Diese Forderung stellt laut Anwältin Powell einen Verstoß gegen die Vereinbarung mit den Strafverfolgern dar.

In der Russland-Affäre geht es um die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in die US-Wahl von 2016 sowie den Verdacht, dass sich Mitarbeiter des Trump-Teams mit Moskau über diese Interventionen abgesprochen haben könnten. Der Sonderermittler Robert Mueller fand in seiner fast zweijährigen Untersuchung allerdings keine hinreichenden Belege für illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau.

Flynn hatte gleichwohl bereits im Februar 2017 wegen der Affäre zurücktreten müssen - nach nur rund drei Wochen im Amt. Grund seines Rücktritts waren seine Falschangaben zu seinen Telefonaten mit Kisljak.


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