13.01.2020, 17:37 Uhr

Los Angeles (AFP) Psycho-Thriller "Joker" geht mit elf Nominierungen in Oscar-Rennen

Die Oscars werden am 9. Februar verliehen. Quelle: AFP/Archiv/Gabriel BOUYS (Foto: AFP/Archiv/Gabriel BOUYS)Die Oscars werden am 9. Februar verliehen. Quelle: AFP/Archiv/Gabriel BOUYS (Foto: AFP/Archiv/Gabriel BOUYS)

Dicht gefolgt von "Once Upon a Time... in Hollywood", "The Irishman" und "1917"

Bei den diesjährigen Oscars zeichnet sich ein enges Rennen mit gleich vier Favoriten ab. Der Psycho-Thriller "Joker" mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle wurde am Montag in elf Kategorien nominiert. Quentin Tarantinos "Once Upon a Time... in Hollywood", der Mafia-Film "The Irishman" von Altmeister Martin Scorsese und das Weltkriegsepos "1917" von Sam Mendes folgten mit jeweils zehn Nominierungen. Eine deutsch-dänische Koproduktion kann auf einen Oscar für den besten Dokumentarfilm hoffen.

Die 92. Oscars werden am 9. Februar bei einer glamourösen Zeremonie in Los Angeles verliehen. "Joker" von Regisseur Todd Phillips wurde nun unter anderem als bester Film, für den besten Hauptdarsteller, für die beste Regie und für das beste adaptierte Drehbuch nominiert. Der düstere und umstrittene Film zeichnet die Entwicklung des Batman-Erzfeindes Joker nach.

"Once Upon a Time... in Hollywood" erhielt Nominierungen unter anderem als bester Film, für die beste Regie, für Leonardo DiCaprio als besten Hauptdarsteller und Brad Pitt als besten Nebendarsteller. Die Hommage an das Hollywood der 1960er Jahre hatte am Sonntag den Preis der Filmkritiker für den besten Spielfilm gewonnen.

Auch "The Irishman" wurde für Oscars für den besten Film und für die beste Regie nominiert. Während Hauptdarsteller Robert de Niro in diesem Jahr nicht berücksichtigt wurde, können sich mit Al Pacino und Joe Pesci gleich zwei Nebendarsteller des Mafia-Epos' Hoffnung auf einen Oscar machen.

Mit seinen zehn Nominierungen ist auch "1917" des britischen Regisseurs Mendes endgültig in den Kreis der Favoriten für die Oscar-Verleihung am 9. Februar gerückt. Der Film über den Ersten Weltkrieg, der wirkt, als sei er in einer Einstellung gedreht worden, war vor einer Woche bereits mit dem Golden Globe als bestes Drama ausgezeichnet worden.

Mehrere Filme erhielten sechs Nominierungen, darunter "Parasite" des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho, der sowohl als bester Film als auch als bester ausländischer Film nominiert wurde.

Für Kritik sorgte umgehend, dass für den Regie-Oscar keine Frau nominiert wurde - obwohl Greta Gerwig mit "Little Women" als heiße Anwärterin gegolten hatte. Hollywood wird immer wieder vorgeworfen, Frauen zu übergehen. "Little Women"-Darstellerin Florence Pugh äußerte sich "glücklich, dass alle verärgert" über Gerwigs Nichtbeachtung seien.

Die Oscar-Akademie verwies allerdings darauf, dass in den 24 Kategorien insgesamt 62 Frauen nominiert worden seien - so viele wie nie zuvor.

Für Kritik sorgte auch, dass mit der britischen Schauspielerin Cynthia Erivo ("Harriet") nur eine schwarze Darstellerin für einen Oscar nominiert wurde. Kritiker werfen der Oscar-Akademie vor, weiße Schauspieler zu bevorzugen.

Ein deutscher Spielfilm wurde nicht für einen Oscar nominiert. Dafür wurde die deutsch-dänische Koproduktion "Eine Klinik im Untergrund - The Cave" über ein unter der Erde gelegenes Krankenhaus im Bürgerkriegsland Syrien für den Oscar für den besten Dokumentarfilm nominiert. Es gibt prominente Konkurrenz: Der von der Produktionsfirma von Ex-US-Präsident Barack Obama produzierte Dokumentarfilm "American Factory" ist ebenfalls im Rennen um die begehrte Trophäe.

Die Oscars gelten als die wichtigsten Filmpreise der Welt. Im vergangenen Jahr war die Rassismus-Tragikomödie "Green Book - Eine besondere Freundschaft" als bester Film ausgezeichnet worden.


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