11.01.2020, 16:17 Uhr

Moskau (AFP) Merkel nennt Irans Bekenntnis zu Flugzeugabschuss "wichtigen Schritt"

Merkel (l.) und Putin vor ihrem Gespräch in Moskau. Quelle: SPUTNIK/AFP/Mikhael Klimentyev (Foto: SPUTNIK/AFP/Mikhael Klimentyev)Merkel (l.) und Putin vor ihrem Gespräch in Moskau. Quelle: SPUTNIK/AFP/Mikhael Klimentyev (Foto: SPUTNIK/AFP/Mikhael Klimentyev)

Bundeskanzlerin fordert nach Treffen mit Putin weitere Aufklärung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Bekenntnis des Iran zum versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs als "wichtigen Schritt" bezeichnet. Allerdings sei weiterhin eine "schonungslose Aufklärung" des Vorfalls nötig, sagte Merkel am Samstag nach Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Das Unglück mit 176 Toten aus mehreren Ländern bezeichnete sie als "dramatisches Ereignis".

Es sei "gut", dass die Verantwortlichen nun bekannt sind, sagte Merkel. "Ich glaube, dass jetzt auch alles unternommen werden muss, um mit den betroffenen Nationen, aus denen die Bürgerinnen und Bürger kamen, Lösungen zu finden", fügte die Kanzlerin hinzu. Zudem sei es wichtig, dass "darüber gesprochen wird, was die Folgen daraus sind".

Der Iran hatte zuvor nach tagelangem Leugnen den versehentlichen Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Menschen an Bord eingeräumt. Nach Angaben aus Teheran wurde die Maschine irrtümlich für ein feindliches Objekt gehalten. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um iranischstämmige Kanadier, Afghanen, Briten, Schweden und Ukrainer.

Der Abschuss der ukrainischen Maschine erfolgte am Mittwochmorgen inmitten heftiger Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die US-Armee hatte zuvor den iranischen Top-General Kassem Soleimani mit einer Drohne im Irak getötet. Der Iran antwortete darauf in der Nacht zum Mittwoch mit Raketenangriffen auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak. Kurz darauf stürzte die ukrainische Passagiermaschine ab.


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