10.01.2020, 15:37 Uhr

Brüssel (AFP) Maas: Absturz im Iran möglicherweise durch "irrtümlichen Abschuss" verursacht

Maas bei Außenministertreffen in Brüssel. Quelle: AFP/Kenzo TRIBOUILLARD (Foto: AFP/Kenzo TRIBOUILLARD)Maas bei Außenministertreffen in Brüssel. Quelle: AFP/Kenzo TRIBOUILLARD (Foto: AFP/Kenzo TRIBOUILLARD)

Bundesaußenminister fordert lückenlose Aufklärung

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hält einen versehentlichen Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine im Iran für möglich. Derzeit müsse davon ausgegangen werden, dass das Unglück "möglicherweise" durch den "irrtümlichen Abschuss einer Flugabwehrrakete" verursacht worden sei, sagte Maas am Freitag in Brüssel. Dies sei "mehr als tragisch". "Wichtig ist jetzt, dass alles lückenlos aufgeklärt wird", forderte Maas.

Es gebe bereits positive Signale, dass der Iran andere Ländern in die Ermittlungen einbinden wolle, sagte der Minister am Rande eines Sondertreffens der EU-Außenminister zum Konflikt zwischen dem Iran und den USA. "Es darf nichts unter den Tisch gekehrt werden. Denn wenn das der Fall wäre, wäre das der Nährboden für neues Misstrauen. Und das ist das letzte, was wir zurzeit brauchen können", fügte Maas hinzu.

In der Nähe von Teheran war am Mittwochmorgen eine Boeing 737 der ukrainischen Fluggesellschaft UIA abgestürzt. Kurz vor dem Absturz der ukrainischen Maschine hatte der Iran mehrere Raketenangriffe auf zwei von den US-Streitkräften genutzte Militärstützpunkte im Irak geflogen.

Zuletzt hatten sich Anzeichen für einen versehentlichen Abschuss der Maschine verdichtet. Unter anderem die USA und Kanada äußerten den Verdacht auf einen versehentlichen Abschuss. In Berlin wollte sich Regierungssprecher Steffen Seibert den Spekulationen über die Absturzursache zunächst nicht anschließen. Die Bundesregierung habe dazu keinen eigenen Erkenntnisse, sagte er am Freitag.


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