10.01.2020, 13:07 Uhr

Düsseldorf (AFP) Drogenbeauftragte will Drug Checking von Partydrogen auch in Deutschland

Daniela Ludwig. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Gregor Fischer (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Gregor Fischer)Daniela Ludwig. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Gregor Fischer (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Gregor Fischer)

Ludwig verständigt sich mit Gesundheitsminister Spahn auf Prüfung

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), hat sich für eine als Drug Checking bekannte Analyse von Partydrogen auch in Deutschland ausgesprochen. "Damit können Konsumenten erreicht werden, die von der klassischen Suchtberatung nicht angesprochen werden", sagte Ludwig der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Freitag.

Sie habe sich mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf verständigt, Drug Checking in Verbindung mit intensiver Beratung in diesem Jahr näher anzuschauen. "Wir sind uns einig, mit Experten darüber zu sprechen, ob es ein Modell gibt, das in Deutschland funktionieren könnte." Derzeit sei dieses Angebot in Deutschland eher verpönt, weil es mit einem Freifahrtschein für den Konsum problematischer Drogen gleichgesetzt werde.

Die Drogenbeauftragte zeigte sich von einem im österreichischen Innsbruck erprobten Projekt sehr beeindruckt. "Dort steigen sie auf diese Weise in einen intensiven Dialog mit den Konsumenten ein und haben einen sehr genauen Überblick darüber, was aktuell auf dem Markt unterwegs ist, wo die Gefahren durch Beimengungen lauern", sagte die CSU-Politikerin.

Die Grünen-Expertin Kirsten Kappert-Gonther begrüßte den Vorstoß als "Fortschritt". Sie forderte, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Projekte zum Drug Checking grundsätzlich genehmigt. "Deutschland kann viel von anderen europäischen Ländern lernen."

Drug Checking gebe nicht nur Aufschluss über die Dosierung der Wirkstoffe und Verunreinigungen einer Substanz, , erklärte Kappert-Gonther. Es biete auch die Möglichkeit, die Nutzer über risikoarmen Konsum zu informieren und an Beratungsangebote zu vermitteln.

In Berlin gibt es bereits seit längerer Zeit laufende Vorbereitungen für ein entsprechendes Projekt mit Drug Checking. Allerdings verzögerte sich hier der Starttermin für die Tests von Partydrogen.


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