10.01.2020, 07:58 Uhr

Köln (AFP) Grüne kritisieren Siemens-Beteiligung an Kohleprojekt in Australien als "absurd"

Proteste in Sydney gegen die Adamani-Mine im Mai 2019. Quelle: AFP/Archiv/PETER PARKS (Foto: AFP/Archiv/PETER PARKS)Proteste in Sydney gegen die Adamani-Mine im Mai 2019. Quelle: AFP/Archiv/PETER PARKS (Foto: AFP/Archiv/PETER PARKS)

Fridays-for-Future warnt Konzern vor Wortbruch bei Klimaversprechen

Vor den Klimaprotesten gegen Siemens wegen der Lieferung einer Signalanlage für eine australische Kohlemine hat die stellvertretende Grünen-Chefin Ricarda Lang das Geschäft als "absurd" kritisiert. Während die ganze Welt über die Brände in Australien spreche, werde dort "ein riesiger Klimakiller gebaut", sagte sie am Freitag in der Sendung "Frühstart" von RTL und n-tv. "Ich erwarte, dass Siemens die Lieferungen einstellt und die Unterstützung für das Projekt zurückzieht."

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat für Freitag bundesweit zu Protesten gegen den Konzern aufgerufen. Hintergrund ist ein Auftrag zur Lieferung einer Schienensignalanlage der vom indischen Adani-Konzern geplanten Carmichael-Mine in Queensland.

Die deutsche Fridays-for-Future-Sprecherin Luisa Neubauer, die am Freitag angesichts der Proteste Siemens-Chef Joe Kaeser trifft, warnte das Unternehmen in der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe) vor Wortbruch bei seinem Klimaversprechen. "Dass Siemens als Konzern, der öffentlich immer wieder bekundet, Klimaneutralität bis 2030 anzustreben und seiner Verantwortung in Zeiten der Klimakrise gerecht werden zu wollen, jetzt durch einen Auftrag ein Projekt stützt, das bis 2080 Kohle fördern wird, widerspricht dem in so vielen Dimensionen", kritisierte sie.

"Als Konzern, der verstanden hat - oder vorgibt, zu verstehen, was die menschengemachte Klimakrise bedeutet - ist es nicht zu rechtfertigen, an einem Projekt wie der Adani-Mine festzuhalten". sagte Neubauer der Zeitung. Kaeser hatte Mitte Dezember angekündigt, die Lieferung von Signaltechnik für das Projekt auf den Prüfstand zu stellen. Eine Entscheidung dazu könnte noch in dieser Woche fallen.


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