08.01.2020, 12:16 Uhr

Bagdad (AFP) Bagdad: Teheran informierte über geplante Bombardierung von Militärstützpunkten

Dieses offizielle iranische Foto soll auf Basen im Irak abgefeuerte Raketen zeigen . Quelle: IRIB/AFP/HO (Foto: IRIB/AFP/HO)Dieses offizielle iranische Foto soll auf Basen im Irak abgefeuerte Raketen zeigen . Quelle: IRIB/AFP/HO (Foto: IRIB/AFP/HO)

Der Irak lehnt "jede Verletzung seiner Souveränität" ab

Die irakische Regierung ist nach eigenen Angaben vom Iran darüber informiert worden, dass in der Nacht zum Mittwoch Raketenangriffe auf Militärstützpunkte zu erwarten seien. Der Iran habe "nach Mitternacht" in einer "Verbalnote" mitgeteilt, dass "als Antwort auf die Ermordung" des iranischen Generals Kassem Soleimani durch das US-Militär die Angriffe "bereits begonnen haben oder bald beginnen werden", heißt es in einer Erklärung der Regierung in Bagdad, die elf Stunden nach den Angriffen veröffentlicht wurde. "Zur gleichen Zeit" sei von Seiten der USA ein Hinweis auf die Angriffe eingegangen.

Der Irak lehne "jede Verletzung seiner Souveränität" und jegliche "Attacke auf sein Gebiet" ab, heißt es in der Erklärung Bagdads weiter. Dabei wurde nicht ausdrücklich auf die iranischen Raketenangriffe aus der Nacht hingewiesen. Der geschäftsführende irakische Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi sei in Kontakt mit Partnern im In- und Ausland, um einen "offenen Krieg" zu verhindern.

Vor fünf Tagen war auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump der iranische General Soleimani bei einem US-Drohnenangriff in der Nähe des Flughafens von Bagdad getötet worden. Die iranischen Raketenangriffe trafen den Stützpunkt Ain al-Assad - die größte Luftwaffenbasis im Irak mit Präsenz von US-Soldaten - und den Stützpunkt Harir in Erbil in der nordirakischen Kurdenregion.

Das irakische Parlament hat sich nach dem Tod Soleimanis für einen Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Irak ausgesprochen. Die Regierung in Bagdad hat dazu noch keine Entscheidung getroffen. Die Nato gab am Dienstag bekannt, dass ein Teilabzug der Nato-Soldaten aus dem Irak bevorstehe.


0 Kommentare