07.01.2020, 15:59 Uhr

Stuttgart (AFP) Stuttgarter Oberbürgermeister Kuhn verzichtet überraschend auf neue Kandidatur

Fritz Kuhn. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Tom Weller (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Tom Weller)Fritz Kuhn. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Tom Weller (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Tom Weller)

"Persönliche Gründe" - Özdemir steht nicht als Nachfolgekandidat bereit

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) wird bei der nächsten Wahl im November nicht erneut kandidieren. Das gab der 64-Jährige nach Angaben der Stadtverwaltung und seiner Partei am Dienstag überraschend in der baden-württembergischen Hauptstadt bekannt. Er verwies dabei auf persönliche Gründe.

Kuhn war im Oktober 2012 gewählt worden und amtiert seit 2013. Er war der erste und für viele Jahre einzige grüne Oberbürgermeister einer deutschen Landeshauptstadt. Im November 2019 kam mit Belit Onay in Hannover ein weiterer Vertreter der Partei dazu, dem dies gelang. In Stuttgart soll am 8. November ein neuer Rathauschef gewählt werden.

Kuhn gehörte über viele Jahre hinweg zur Bundesspitze der Grünen. Er war von 2000 bis 2002 deren Bundeschef und von 2005 bis 2009 Bundestagsfraktionsvorsitzender. Bis 2012 war der im Allgäu geborene frühere Professor für Kommunikation Bundestagsabgeordneter. Er gab sein Mandat auf, als er bei der Oberbürgermeisterwahl antrat.

Der Stuttgarter Kreisverband der Grünen zeigte sich von Kuhns Entscheidung am Dienstag überrascht und kündigte an, eine Findungskommission mit der Suche nach einem alternativen Kandidaten zu betrauen. Kreisvorsitzender Mark Breitenbücher sprach von einem "Paukenschlag", der "uns alle sehr überrascht hat". Kuhns Entschluss werde aber "in vollem Umfang" respektiert, betonte er.

Ähnlich äußerte sich der Grünen-Landesverband. Die Vorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand teilten mit, sie hätten "großen Respekt" vor Kuhns Entschluss. Die Partei habe als stärkste Fraktion im Gemeinderat den Anspruch, den Oberbürgermeister zu stellen und werde den Wählern "ein personelles Angebot machen, das diesem Gestaltungsanspruch gerecht wird".

Ursprünglich sollten die Mitglieder des Kreisverbands laut Partei Ende Januar offiziell ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl nominieren. Nun soll eine Findungskommission "ergebnisoffen" nach einem anderen Kandidaten suchen. Die Ausgangslage für die Oberbürgermeisterwahl sei nach wie vor "sehr gut".

Kurzzeitig wurde am Dienstag als möglicher Kandidat für die Kuhn-Nachfolge der ebenfalls aus Baden-Württemberg stammende frühere Grünen-Chef Cem Özdemir gehandelt, doch der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete winkte am Nachmittag ab. Er stehe der Findungskommission "mit Rat zur Seite, aber nicht als Kandidat", erklärte Özdemir auf Twitter.


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