06.01.2020, 10:43 Uhr

Wiesbaden (AFP) Umsatz des Einzelhandels steigt das zehnte Jahr in Folge

Vor allem der Online-Handel boomt: DHL-Paketzusteller . Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Jan Woitas (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Jan Woitas)Vor allem der Online-Handel boomt: DHL-Paketzusteller . Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Jan Woitas (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Jan Woitas)

Vor allem Internet- und Versandhandel 2019 erneut stark gewachsen

Der Einzelhandel in Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut gute Geschäfte gemacht: Der Umsatz stieg nach vorläufigen Berechnungen preisbereinigt um 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Damit legte der Einzelhandelsumsatz das zehnte Jahr in Folge zu. Besonders stark wuchs der Online-Handel.

Die Schätzung für das Gesamtjahr 2019 beruht auf den Umsätzen im Einzelhandel von Januar bis November, wie die Statistiker mitteilten. Sie rechnen demnach mit einem preisbereinigten Anstieg zwischen 2,86 und 3,01 Prozent.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte ein Umsatzplus von real 2,8 Prozent prognostiziert. "Wir sehen den erfreulichen Jahrestrend bestätigt", sagte HDE-Geschäftsführer Kai Falk der Nachrichtenagentur AFP. "Abgerechnet wird am Schluss", fügte er hinzu: Die "harten Zahlen" kämen erst Ende Januar. Im Weihnachtsmonat Dezember machen viele Einzelhändler den mit Abstand höchsten Umsatz des Jahres.

Beim Onlinehandel rechnet der HDE mit einem "leicht zweistelligen Wachstum übers Jahr". Die Elf-Monats-Zahlen der Statistiker weisen ein Plus von preisbereinigt 7,4 Prozent im Vorjahresvergleich aus. Der Umsatz mit im Internet bestellten Waren wächst seit Jahren überproportional.

Besonders leidet darunter der stationäre Handel mit "internetaffinen Sortimenten", wie HDE-Geschäftsführer Falk sagte. Laut der aktuellen Statistik machten etwa Mode- und Schuhgeschäfte von Januar bis November 0,4 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum.

Für die ersten drei Monate des neuen Jahres 2020 erwartet der HDE insgesamt "keine starken Impulse". Die Verbraucherstimmung sei zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, der Trend der vergangenen Monate zeige allerdings nach unten. Immer mehr Verbraucher zeigten sich von Ankündigungen zum Stellenabbau bei großen Unternehmen beeindruckt, heißt es im Konsumbarometer des Verbandes für Januar. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung der Konsumenten gingen daher zurück. Dennoch bleibe der private Konsum der wichtigste Wachstumstreiber in Deutschland.


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