05.01.2020, 21:50 Uhr

Teheran (AFP) Iran will sich nicht mehr an Begrenzung der Zentrifugen-Zahl halten

Schwerwasserreaktor in Arak. Quelle: Atomic Energy Organization of Iran/AFP/HO (Foto: Atomic Energy Organization of Iran/AFP/HO)Schwerwasserreaktor in Arak. Quelle: Atomic Energy Organization of Iran/AFP/HO (Foto: Atomic Energy Organization of Iran/AFP/HO)

Zusammenarbeit mit Internationaler Atomenergiebehörde soll fortgesetzt werden

Der Iran will sich künftig nicht mehr an die Begrenzung der Zahl der Zentrifugen für die Urananreicherung halten. Dies sei die "fünfte und letzte Phase" des Rückzugs aus dem Atomabkommen, teilte die iranische Regierung am Sonntag mit. Ihre Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) werde sie aber fortsetzen wie bisher.

Die Ankündigung erfolgte zwei Tage nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Irak. Der Iran drohte daraufhin Vergeltung an, international wird eine Gewalteskalation in der Golfregion befürchtet.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums hatte zuvor mitgeteilt, nach der Tötung des Generals würden noch "einige Änderungen" an der eigentlich bereits getroffenen Entscheidung zur "fünften Etappe" des schrittweisen Rückzugs vorgenommen.

"Für das iranische Atomprogramm bestehen keine Einschränkungen mehr im operationellen Gebiet", teilte die iranische Regierung dann am späten Sonntagabend mit. Dies betreffe "die Fähigkeit zur Urananreicherung, den Anteil der Urananreicherung und andere Bereiche von Forschung und Entwicklung". Von jetzt an werde "das iranische Atomprogramm ausschließlich auf Basis seiner technischen Notwendigkeiten fortgeführt".

Das Atomabkommen soll insbesondere die Entwicklung neuer, leistungsfähigerer Zentrifugen zur Urananreicherung begrenzen.

Die USA waren im Mai 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatten neue Sanktionen gegen den Iran verhängt, obwohl sich Teheran bis dahin an alle Bestimmungen der Vereinbarung gehalten hatte. Als Reaktion auf die US-Politik des "maximalen Drucks" begann Teheran im Mai mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Abkommen.

Teheran kündigte am Sonntag indes an, weiter mit der IAEA zusammenarbeiten zu wollen. Deren Inspekteure überwachen die Einhaltung des Atomabkommens im Iran.

Teheran teilte weiter mit, sollten die Sanktionen aufgehoben werden und der Iran von dem Atomabkommen profitieren, sei das Land bereit, seinen Verpflichtungen entsprechend des Vertrags wieder nachzukommen.


0 Kommentare