31.12.2019, 18:47 Uhr

Sydney (AFP) Millionen Menschen feiern in vielen Teilen der Welt bereits Silvester


Spektakuläres Feuerwerk in Sydney - Neue Proteste in Hongkong

Millionen Menschen in vielen Teilen der Welt haben bereits das neue Jahr 2020 und das neue Jahrzehnt begrüßt. In der australischen Metropole Sydney bestaunten in der Silvesternacht Hunderttausende ein spektakuläres Feuerwerk - ungeachtet der verheerenden Buschbrände im Land. Traditionellen Glockenzeremonien wohnten die Menschen in Südkorea teil. In Hongkong ging die Polizei kurz nach Mitternacht mit Tränengas gegen Demokratie-Aktivisten vor, die Silvester für neue Proteste nutzten.

Australien war wegen seiner geografischen Lage eines der ersten Länder weltweit, in dem das neue Jahrzehnt begann. Hunderttausende Schaulustige wohnten dem berühmten Feuerwerk am Hafen der Millionenstadt Sydney bei. Mehr als 100.000 abgefeuerte Raketen erleuchteten die Skyline mit dem Opernhaus und der Harbour Bridge.

Das Feuerwerk zieht Jahr für Jahr zahlreiche Touristen an. In diesem Jahr hatte es wegen der seit Wochen wütenden Buschbrände aber Kritik an dem Feuerwerk gegeben.

Mehr als 280.000 Menschen hatten in einer Petition gefordert, die umgerechnet vier Millionen Euro für die Veranstaltung lieber zur Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren und betroffenen Landwirte zu spenden. Die Stadtverwaltung erklärte jedoch, das meiste Geld sei längst ausgegeben, und zehntausende Besucher hätten Hotels und Flüge für das Ereignis gebucht.

Die Hauptstadt Canberra sagte hingegen ihr Silvesterfeuerwerk wegen der Brandgefahr ab. In Australien wüten seit September die schlimmsten Buschbrände seit Beginn der Aufzeichnungen. Mindestens zwölf Menschen starben.

Spannungen gab es derweil in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, die seit Monaten von Protesten erschüttert wird. Die Polizei ging in der Silvesternacht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor, die mehr Demokratie forderten. Einige Protestierer setzten Barrikaden in Brand.

Die Demonstranten forderten in Sprechchören eine "Befreiung" Hongkongs und eine "Revolution". In der früheren britischen Kronkolonie befürchten viele Menschen eine wachsende Einflussnahme Pekings und eine Einschränkung von Menschenrechten und Rechtsstaat.

In vielen anderen Städten der Welt wurden dagegen ausgelassene Feiern erwartet, unter anderem in Paris, London, New York und Rio de Janeiro. In Berlin herrschte am Brandenburger Tor reger Zustrom, wie die Polizei mitteilte. Dort wurden hunderttausende Menschen erwartet.

Derweil hielten zahlreiche Staats- und Regierungschefs ihre traditionellen Neujahrsansprachen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Bürger in Deutschland zum Auftakt des neuen Jahrzehnts zu Zuversicht auf. "Die 20er Jahre können gute Jahre werden", sagte Merkel in ihrer Rede. "Veränderungen zum Guten sind möglich, wenn wir uns offen und entschlossen auf Neues einlassen." Die Kanzlerin sagte zu, all ihre Kraft dafür einzusetzen, dass Deutschland seinen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leiste.

Der russische Präsident Wladimir Putin rief seine Landsleute zur "Einheit" auf, um die "Entwicklung" des Landes voranzutreiben. "Wir leben in bewegten, dynamischen und widersprüchlichen Zeiten, aber wir können und müssen alles tun, damit Russland sich erfolgreich entwickelt."


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