31.12.2019, 09:50 Uhr

Düsseldorf (AFP) Bedford-Strohm: Bereits 150 Organisationen beteiligen sich an Flüchtlingsschiff

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Lino Mirgeler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Lino Mirgeler)EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Lino Mirgeler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Lino Mirgeler)

Bündnis um Evangelische Kirche will Rettungsschiff ins Mittelmeer schicken

Das von der evangelischen Kirche gegründete Aktionsbündnis United4Rescue, das ein eigenes Rettungsschiff für Flüchtlinge ins Mittelmeer schicken will, wird inzwischen von mehr als 150 Organisationen unterstützt. "Das hat eine ungeheure Dynamik bekommen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der "Rheinischen Post" von Dienstag.

Neben vielen Organisationen aus dem kirchlichen Bereich seien auch zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, die sich mit Flüchtlingen beschäftigten, aber auch die Arbeiterwohlfahrt und die Stadt Palermo. Das Bündnis sei sehr breit. "Uns unterstützen auch einzelne Persönlichkeiten wie der Regisseur Wim Wenders", sagte Bedford-Strohm weiter.

Konkret wolle das Bündnis Ende Januar das Schiff "Poseidon" aus dem Besitz des Landes Schleswig-Holstein kaufen. Man wisse aber noch nicht, wie das Bieterverfahren ausgehe. Für den Fall, dass das nicht funktioniere, gebe es einen Plan B für ein anderes Schiff. Ziel des Bündnisses sei es aber nicht nur, Spenden für den Kauf eines Schiffes zu sammeln, sondern die Unterstützung der aktiven Seenotrettung insgesamt.

Zugleich sprach sich der EKD-Ratsvorsitzende für eine Wiederaufnahme der staatlichen Seenotrettung aus. "Selbstverständlich benötigen wir einen politisch garantierten Verteilmechanismus für Flüchtlinge in Europa, der das unwürdige Verhandeln über gerettete Flüchtlinge auf Schiffen überwindet", sagte Bedford-Strohm. Das Allerwichtigste sei aber, die Fluchtursachen zu bekämpfen. "Das tun wir als Kirchen seit Jahrzehnten." Das Schiff sei nur Teil einer Gesamtstrategie für einen humanitären Umgang mit Flucht.


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