30.12.2019, 12:17 Uhr

Washington (AFP) USA melden Tod von Shebab-Kämpfern bei Luftangriffen in Somalia

Autowrack nach dem Anschlag in Mogadischu. Quelle: AFP/Archiv/Abdirazak Hussein FARAH (Foto: AFP/Archiv/Abdirazak Hussein FARAH)Autowrack nach dem Anschlag in Mogadischu. Quelle: AFP/Archiv/Abdirazak Hussein FARAH (Foto: AFP/Archiv/Abdirazak Hussein FARAH)

Reaktion auf verheerenden Anschlag mit mehr als 80 Toten in Mogadischu

Als Reaktion auf den verheerenden Bombenanschlag in Somalia mit mindestens 81 Todesopfern haben die US-Streitkräfte Luftangriffe auf die radikalislamische Shebab-Miliz in dem ostafrikanischen Land geführt. Bei den drei Angriffen am Sonntag seien insgesamt vier Shebab-Kämpfer getötet worden, teilte das Afrika-Kommando der US-Streitkräfte (Africom) mit. Die Einsätze seien mit der somalischen Regierung abgestimmt gewesen.

Bei dem Anschlag in Mogadischu waren am Samstag nach jüngsten Angaben der somalischen Regierung mindestens 81 Menschen getötet worden. Mehr als hundert weitere Menschen wurden verletzt. Unter den Toten waren mindestens 16 Studenten. Es handelte sich um den folgenschwersten Anschlag in Somalia seit zwei Jahren.

Die am Sonntag von den USA geführten "Präzisionsangriffe aus der Luft" hätten sich gegen Shebab-Mitglieder gerichtet, die für "terroristische Akte gegen unschuldige somalische Bürger" verantwortlich seien und sich dabei mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida abgestimmt hätten, erklärte Africom.

Die Angriffe seien in den Orten Qunyo Barrow und Caliyoow Barrow erfolgt, hieß es weiter. Dabei seien auch zwei Fahrzeuge der Shebab-Miliz zerstört worden. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Die USA und die somalische Regierung würden den Druck auf die Shebab-Miliz weiter erhöhen, um diese an der Planung neuer Anschläge zu hindern, kündigte das Afrika-Kommando an.

Seit dem Jahr 2010 habe die Shebab-Miliz hunderte Menschen "rücksichtslos" getötet, erklärte der Africom-Einsatzleiter William Gayler. Darunter seien afrikanische Partner und Verbündete Washingtons sowie US-Bürger gewesen.

Zu dem jüngsten Anschlag in Mogadischu hat sich bislang niemand bekannt. Er trägt aber die Handschrift der Shebab-Miliz. Die mit Al-Kaida verbündete Miliz war im August 2011 von Truppen der Afrikanischen Union (AU) aus Mogadischu vertrieben worden. Sie kontrolliert aber nach wie vor ländliche Gebiete des Landes und verübt immer wieder Anschläge in der Hauptstadt.

Die Autobombe war an einer stark befahrenen Kreuzung im Südwesten von Mogadischu nahe eines Kontrollpunktes der Sicherheitskräfte explodiert. Zum Zeitpunkt des Anschlags im morgendlichen Berufsverkehr waren nach Augenzeugenberichten viele Menschen unterwegs, darunter Schüler und Studenten.

Erst vor zwei Wochen hatte ein Shebab-Kommando in der somalischen Hauptstadt ein von Politikern, Militärs und Diplomaten besuchtes Hotel angegriffen und sich Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Neben den fünf Angreifern wurden dabei fünf weitere Menschen getötet, darunter drei Zivilisten.

Der blutigste Anschlag in der Geschichte des Landes wurde im Oktober 2017 verübt: Damals wurden 512 Menschen bei der Explosion eines Lastwagens getötet, rund 300 weitere Menschen wurden verletzt. Die Behörden machten dafür ebenfalls die Shebab-Miliz verantwortlich.

Die USA haben bereits seit Frühjahr 2017 ihre Luftangriffe in Somalia ausgeweitet. Laut einer Africom-Mitteilung vom April wurden bei 110 US-Luftangriffen seit April 2017 mehr als 800 Menschen in dem Land am Horn von Afrika getötet.


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