29.12.2019, 10:51 Uhr

Washington (AFP) Mehrere Verletzte bei Stichwaffenangriff während Chanukka-Feier in New York

Messerangriff auf jüdische Gemeinde in New York
. Quelle: AFP/Archiv/Johannes EISELE (Foto: AFP/Archiv/Johannes EISELE)Messerangriff auf jüdische Gemeinde in New York . Quelle: AFP/Archiv/Johannes EISELE (Foto: AFP/Archiv/Johannes EISELE)

Verdächtiger festgenommen und Fahrzeug beschlagnahmt

Ein Angreifer hat in der Nacht zum Sonntag im Haus eines Rabbiners im US-Bundesstaat New York während einer Feier zum jüdischen Chanukka-Fest mehrere Menschen mit Stichen verletzt. Die Organisation Orthodox Jewish Public Affairs Council (OJPAC) sprach von fünf Verletzten, der Sender CBS New York von mindestens drei. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach Polizeiangaben festgenommen und ein Fahrzeug beschlagnahmt.

Der Angriff wurde am Samstagabend (Ortszeit) in Monsey, rund 50 Kilometer nördlich von New York City, verübt. In Monsey lebt eine große jüdische Gemeinde. Der Angriff richtete sich gegen Angehörige der chassidischen Glaubensrichtung. Laut OJPAC schwebten zwei Verletzte in Lebensgefahr. Der Augenzeuge Aron Kohn beschrieb die Tatwaffe als eine Machete von der "Länge eines Besenstiels". "Ich habe um mein Leben gebetet", sagte der 65-Jährige.

Yossi Gestetner, Mitbegründer der Organisation OJPAC im Hudson-Tal, sagte der Zeitung "New York Times", einer der Verletzten sei ein Sohn des Rabbiners. "Viele dutzend Menschen waren in dem Haus", sagte Gestetner. Dort sei das jüdische Lichterfest gefeiert worden.

Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, verurteilte den Angriff. Er sei "entsetzt" über die "abscheuliche und feige Tat". In New York gebe es "keine Toleranz für Antisemitismus". Cuomo teilte mit, er habe die Abteilung für Hasskriminalität der Polizei eingeschaltet, der Angreifer müsse mit "der ganzen Härte des Gesetzes" bestraft werden. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio twitterte, jedes erdenkliche Mittel müsse genutzt werden, "um diese Angriffe ein- für allemal zu stoppen". Der Direktor der Anti-Defamation-Liga, Jonathan Greenblatt, forderte verstärkte Schutzmaßnahmen für die jüdische Gemeinschaft.

Israels Präsident Reuven Rivlin zeigte sich ebenfalls schockiert. Er rief dazu auf, das "Übel" des Antisemitismus gemeinsam zu bekämpfen, das "rund um die Welt" eine Gefahr darstelle.

In den USA hat es in den vergangenen Jahren eine Zunahme antisemitischer Gewalt gegeben. Betroffen davon ist auch der Großraum New York. Vor wenigen Wochen hatten zwei Angreifer in Jersey City sechs Menschen getötet. Der Mann und die Frau erschossen zunächst in der Nähe eines Friedhofs einen Polizisten. Sie fuhren dann zu einem jüdischen Lebensmittelgeschäft, eröffneten dort das Feuer und drangen in den Laden ein. Im Inneren des Geschäfts wurden die Frau des Besitzers, ein Mitarbeiter und ein Kunde getötet.


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