23.12.2019, 09:03 Uhr

Peking (AFP) China weist Vorwurf der Zwangsarbeit in Shanghaier Gefängnis zurück

Tesco stoppte die Produktion der Weihnachtskarten. Quelle: AFP/Archiv/Tolga AKMEN (Foto: AFP/Archiv/Tolga AKMEN)Tesco stoppte die Produktion der Weihnachtskarten. Quelle: AFP/Archiv/Tolga AKMEN (Foto: AFP/Archiv/Tolga AKMEN)

Britische Supermarktkette Tesco stoppte Produktion von Weihnachtskarten in China

Die chinesische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach ausländische Insassen eines Gefängnisses in Shanghai als Zwangsarbeiter in einer Fabrik zur Produktion von Weihnachtskarten eingesetzt werden. "Ich kann ihnen nach Abklärung mit den relevanten Abteilungen versichern, dass im Qingpu-Gefängnis in keinster Weise eine Zwangsarbeitssituation für ausländische Insassen besteht", sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Montag in Peking. Die britische Supermarktkette Tesco hatte zuvor wegen Hinweisen auf Zwangsarbeit die Weihnachtskartenproduktion in der chinesischen Fabrik gestoppt.

Einem Bericht der "Sunday Times" zufolge hatte ein sechsjähriges britisches Mädchen eine von Tesco vertriebene Weihnachtskarte mit einem Hilferuf mutmaßlicher Zwangsarbeiter gefunden. "Wir sind ausländische Gefangene im chinesischen Gefängnis Qingpu in Shanghai", soll in der Karte gestanden haben. Der Verfasser des Hilferufs bat demnach darum, den Journalisten Peter Humphrey zu kontaktieren.

Tesco zeigte sich nach dem Zeitungsbericht "schockiert" und kündigte am Sonntag den sofortigen Stopp der Kartenproduktion an.

Geng bezeichnete die Vorwürfe als "erfunden". Dem Journalisten Humphrey warf er vor, sich eine "Posse" ausgedacht zu haben, um sich selbst "groß herauszubringen". Humphrey war 2015 selbst für neun Monate im Qingpu-Gefängnis inhaftiert.

Humphrey schrieb in der "Sunday Times", er sei wegen "erfundener Vorwürfe" und ohne Gerichtsverfahren in China inhaftiert gewesen. Er sei sich sicher, dass es sich bei den Verfassern des Hilferufs um ehemalige Mit-Insassen handele.

Nachdem ihn der Hilferuf erreicht habe, habe er Kontakt zu anderen Ex-Häftlingen aufgenommen, schrieb Humphrey. Einer von ihnen habe ihm berichtet, dass ausländische Insassen des Qingpu-Gefängnisses seit mindestens zwei Jahren zur Produktion von Tesco-Weihnachtskarten sowie ihrer Verpackung verpflichtet würden.

Bereits im Februar vergangenen Jahres hatte Humphrey in einem Beitrag für die "Financial Times" schwere Vorwürfe gegen das Gefängnis erhoben. Damals schrieb er, die Anstalt sei ein "Unternehmen", das Produktionsarbeiten für Firmen übernehme. Die Haftbedingungen in seiner Zwölf-Mann-Zelle beschrieb er als katastrophal.


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