22.12.2019, 09:35 Uhr

Berlin (AFP) AfD-Mitbegründer wirft seiner Partei "gestörtes Verhältnis zum Klima" vor

Adam: Gauland verleugnet konservative Instinkte beim Naturschutz

AfD-Mitbegründer Konrad Adam hat seiner Partei ein "gestörtes Verhältnis zum Klima" vorgeworfen. Parteichef Alexander Gauland "und seine Leute verleugnen ihre konservativen Instinkte gerade dort, wo sie sich am überzeugendsten hätten offenbaren können, beim Schutz der Natur", schrieb Adam in einem Meinungsbeitrag für die "Welt am Sonntag". Unter der Parole "Es gibt keinen Klimawandel" hätten sie die AfD zu einer "Anti-Klima-Partei" stilisiert.

Die heutige AfD mache den "Kampf gegen Öko-Wahn und Treibhaus-Hysterie zum Inhalt ihrer Werbefeldzüge", seitdem ihre beiden "alten Renner, die Währungs- und die Flüchtlingspolitik, lahm geworden sind", fügte Adam hinzu. Die öffentliche Auseinandersetzung über die Erderwärmung habe "bigotte, mitunter lächerliche Züge" angenommen. "Schrille Töne" seien aber zu erwarten gewesen, denn "wenn der Kurs geändert werden muss, geht es ohne Lautsprecher und Radau nicht ab", schrieb der Publizist.

Nach Meinung Adams hat sich die AfD "festgebissen an der Rolle der Protestpartei". Davon zeuge auch die Tatsache, dass die Bundestagsfraktion einen "Dogmatiker in Sachen Klimapolitik", den Abgeordneten Karsten Hilse, für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten vorschlage. "Was treibt die AfD, einen Raubauz wie ihn für ein Amt zu nominieren, das ein Talent zu Ausgleich und Verbindlichkeit verlangt?", fragte der Ehrenvorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Nötig seien keine Parteien, "welche die eine Phrase mit der anderen beantworten und Klima-Irrsinn brüllen, wenn die anderen den Klima-Notstand ausgerufen haben". Adam forderte stattdessen "Lösungen, die besser sind als das, was eine halbseitig gelähmte Bundesregierung zustande gebracht hat".


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