19.12.2019, 01:54 Uhr

Genf (AFP) WHO: Zahl der männlichen Raucher geht weltweit erstmals zurück

Die Zahl der männlichen Raucher geht laut WHO erstmals weltweit zurück. Quelle: AFP/PATRIK STOLLARZ (Foto: AFP/PATRIK STOLLARZ)Die Zahl der männlichen Raucher geht laut WHO erstmals weltweit zurück. Quelle: AFP/PATRIK STOLLARZ (Foto: AFP/PATRIK STOLLARZ)

UN-Organisation sieht "Wendepunkt im Kampf gegen den Tabak"

Als Resultat langjähriger Kampagnen gegen den Tabakkonsum geht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der männlichen Raucher inzwischen weltweit erstmals zurück. Laut einer am Mittwoch von der WHO in Genf veröffentlichten Studie wird die Zahl der männlichen Tabakkonsumenten im kommenden Jahr um schätzungsweise zwei Millionen niedriger liegen als 2018.

Für die Jahre 2020 bis 2025 erwartet die Organisation dann einen globalen Rückgang der Zahl der männlichen Tabakkonsumenten um weitere vier Millionen auf noch 1,087 Milliarden. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete diese Entwicklung als "Wendepunkt im Kampf gegen den Tabak". Er führte die Trendwende darauf zurück, dass Regierungen rund um den Globus eine härtere Linie gegen die Tabakindustrie eingeschlagen hätten.

Zwar nahm schon in den vergangenen zwei Jahrzehnten der weltweite Tabakkonsum langsam ab. Laut WHO-Zahlen sank in den Jahren 2000 bis 2018 die Zahl der Konsumenten um rund 60 Millionen auf 1,337 Milliarden - trotz des Anstiegs der Weltbevölkerung.

Diese Entwicklung ging jedoch auf die Abnahme der Zahl der weiblichen Tabak-Konsumentinnen zurück. Ihre Zahl sank laut WHO in den Jahren 2000 bis 2018 von 346 Millionen auf 244 Millionen. Die Zahl der männlichen Tabakkonsumenten nahm hingegen im selben Zeitraum um rund 40 Millionen auf 1,093 Milliarden zu.

Trotz des inzwischen eingetreten Rückgangs der Zahl auch der männlichen Konsumenten warnte die WHO, dass die positive Entwicklung immer noch zu langsam sei. Es gebe keinen Grund zur Zufriedenheit, "wenn immer noch mehr als eine Milliarde Menschen Tabak benutzt", sagte der WHO-Experte Rüdiger Krech.


0 Kommentare