02.12.2019, 16:50 Uhr

Valletta (AFP) Rücktrittsankündigung von Maltas Regierungschef reicht Hinterbliebenen nicht

Maltas Regierungschef Muscat. Quelle: AFP/Archiv/Matthew Mirabelli (Foto: AFP/Archiv/Matthew Mirabelli)Maltas Regierungschef Muscat. Quelle: AFP/Archiv/Matthew Mirabelli (Foto: AFP/Archiv/Matthew Mirabelli)

Angehörige der ermordeten Journalistin fordern Ermittlungen gegen Muscat

Die Hinterbliebenen der ermordeten Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia geben sich mit der Rücktrittsankündigung von Maltas Regierungschef Joseph Muscat nicht zufrieden. Gegen Musacat müssten Ermittlungen eingeleitet werden, forderte einer der Söhne der Journalistin, Paul, am Montag via Twitter. Muscat dürfe auf die Ermittlungen keinen Einfluss mehr haben und müsse seinerseits in den Kreis derjenigen einbezogen werden, gegen die ermittelt werde. Die Polizei bestätigte, dass ein entsprechender Antrag der Familie bei Gericht eingereicht wurde.

Muscat stellte am Sonntag in Aussicht, sein Amt niederzulegen, sobald im Januar ein Nachfolger gewählt worden sei. Muscat war wegen des Skandals um die Ermordung Caruana Galizias zuletzt stark unter Druck geraten. Am Samstagabend war der Geschäftsmann Yorgen Fenech wegen Beihilfe zu dem Mord angeklagt worden. Der bekannte Unternehmer war am 20. November auf seiner Jacht vor der Küste Maltas festgenommen worden, als er versuchte, von der Mittelmeerinsel zu flüchten. Im Polizeiverhör beschuldigte er Ermittlungskreisen zufolge Muscats langjährigen Kabinettschef Keith Schembri, den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

Die 53-jährige Journalistin war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Sie hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. Verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung.


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