02.12.2019, 14:46 Uhr

Chemnitz (AFP) Nach Attacke auf Rollstuhlfahrer Anklage gegen 22-jährigen Chemnitzer erhoben

Waagschalen der Justitia. Quelle: AFP/Archiv/LOIC VENANCE (Foto: AFP/Archiv/LOIC VENANCE)Waagschalen der Justitia. Quelle: AFP/Archiv/LOIC VENANCE (Foto: AFP/Archiv/LOIC VENANCE)

Behörde geht von "ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung" aus

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat Anklage gegen einen 22-Jährigen wegen eines Übergriffs auf einen Libyer im Rollstuhl erhoben. Der Mann soll den Rollstuhlfahrer am 14. September auf einer Straße in Chemnitz unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, wie Anklagebehörde am Montag mitteilte. Anschließend soll der 22-Jährige das aus dem Rollstuhl gefallene Opfer getreten und nochmals geschlagen haben.

Obwohl mehrere Zeugen den mutmaßlichen Täter stoppen wollten und den Libyer wieder in den Rollstuhl setzten, soll der 22-Jährige sein Opfer erneut mehrfach mit dem Rollstuhl umgestoßen und den Rollstuhl jeweils einige Meter weggeworfen haben. Zudem entwendete der Angeschuldigte demnach aus einer am Rollstuhl hängenden Tasche unter anderem eine Bluetoothbox.

Aufgrund von Zeugenaussagen und der Tatausführung sei von einer "verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung" des 22-jährigen Chemnitzers auszugehen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Der Mann soll sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahls vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten.


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