29.11.2019, 07:55 Uhr

Wiesbaden (AFP) Tarifverdienste kräftig gestiegen

Münzen und Geldscheine. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Monika Skolimowska (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Monika Skolimowska)Münzen und Geldscheine. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Monika Skolimowska (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Monika Skolimowska)

Im dritten Quartal höchster Anstieg seit Beginn der Erhebung 2010

Die Tarifverdienste in Deutschland haben im dritten Quartal kräftig zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen sie im Durchschnitt um 4,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist demnach der höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2010.

Zurückzuführen sei dies vor allem auf das in der Metall-Tarifrunde 2018 vereinbarte tarifliche Zusatzgeld, erklärten die Statistiker. In der Erhebung berücksichtigt sind tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen sowie Nachzahlungen. In der Metall- und Elektroindustrie war im Juli ein Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgeltes sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro gezahlt worden.

Ohne Sonderzahlungen lag der Anstieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal insgesamt bei 2,8 Prozent. Der Zuwachs war damit höher als der Anstieg der Verbraucherpreise: Sie verteuerten sich im selben Zeitraum um 1,5 Prozent.

Überdurchschnittlich stark stiegen die Tarifverdienste neben dem Verarbeitendem Gewerbe (plus 8,9 Prozent), zu dem auch die Metall- und Elektroindustrie zählt, im Bereich Erziehung und Unterricht (4,8 Prozent). Nach Angaben des Bundesamtes ist das vor allem auf Erhöhungen der Besoldungen für Landesbeamte zurückzuführen.

Auch in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (plus 4,2 Prozent) sowie im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (plus 4,0 Prozent) waren die Tarifverdienste deutlich höher als im dritten Quartal 2018.

Unterdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste mit Sonderzahlungen beispielsweise bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (plus 0,5 Prozent) sowie im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung (plus 0,4 Prozent).


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