28.11.2019, 22:27 Uhr

Bagram (AFP) Trump stattet US-Soldaten in Afghanistan unangekündigten Besuch ab


US-Präsident: USA nimmt Verhandlungen mit Taliban wieder auf

Anlässlich des Feiertags Thanksgiving hat US-Präsident Donald Trump den US-Soldaten in Afghanistan einen unangekündigten Kurzbesuch abgestattet. Gemeinsam mit dem afghanischen Staatschef Aschraf Ghani besuchte Trump am Donnerstag die US-Militärbasis Bagram nahe der Hauptstadt Kabul, wie ein AFP-Fotograf berichtete. In einer Ansprache vor den Soldaten sagte der US-Präsident, seine Regierung habe die Friedensgespräche mit den Taliban wiederaufgenommen.

Trump nahm anlässlich von Thanksgiving an dem traditionellen Truthahn-Essen mit den Streitkräften teil und gab auch selbst Speisen und Kuchen an die Soldaten aus. "Es gibt keinen Ort, an dem ich lieber Thanksgiving feiern würde als hier mit den härtesten, stärksten, besten und mutigsten Kämpfern der Welt", sagte Trump in seiner Rede vor den Soldaten.

Die US-Regierung habe die im September zum Erliegen gekommenen Friedensgespräche mit den Taliban wiederaufgenommen, sagte Trump. Beide Seiten hätten bereits miteinander verhandelt und in den vergangenen sechs Monaten "enorme Fortschritte" erzielt. Zugleich hätten die USA die Zahl der Soldaten in Afghanistan reduziert.

Die US-Truppen blieben solange in Afghanistan stationiert, bis "ein Deal" mit den Taliban erzielt worden sei oder die USA in Afghanistan "vollständig gesiegt" hätten, sagte Trump. "Die Taliban wollen dringend eine Einigung", betonte der Republikaner.

Vor Journalisten sagte der US-Präsident, die USA gingen mit der Bedingung in die Gespräche mit den Taliban, dass es eine Waffenruhe gebe. Dazu sei die radikalislamische Miliz nun bereit, fügte er hinzu.

Ghani dankte Trump dafür, dass dieser "die Art von Frieden" vorantreibe, "die Ihre und unsere Sicherheit gewährleisten". Die beiden Präsidenten kamen am Rande des Truppenbesuchs auch zu einem bilateralen Treffen zusammen.

Trump hatte die vor etwa einem Jahr begonnenen Friedensverhandlungen mit den Taliban nach einer Reihe von Anschlägen der radikalislamischen Miliz im September für "tot" erklärt. Bei den Gesprächen ging es um die Bedingungen für einen Teil-Rückzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan. Im Gegenzug sollten sich die Taliban vom Terrornetzwerk Al-Kaida lossagen, die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen und direkte Verhandlungen mit der Regierung in Kabul aufnehmen. Bereits Ende September hatten sich die Taliban bereit erklärt, sich wieder mit den USA an einen Tisch zu setzen.

In Afghanistan sind derzeit rund 13.000 US-Soldaten stationiert. Die USA waren 2001 nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan eingerückt, um das Al-Kaida-Netzwerk zu bekämpfen. Im Verbund mit einheimischen Kräften stürzten sie die damalige Taliban-Regierung in Kabul. Im August hatte Trump angekündigt, die Zahl der US-Soldaten nach dem angestrebten Friedensabkommen mit den Taliban auf 8600 zu reduzieren.


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