27.11.2019, 01:53 Uhr

La Paz (AFP) Bolivien nominiert erstmals seit elf Jahren wieder Botschafter für die USA

Añez richtet Außenpolitik neu aus. Quelle: AFP/Archiv/Jorge Bernal (Foto: AFP/Archiv/Jorge Bernal)Añez richtet Außenpolitik neu aus. Quelle: AFP/Archiv/Jorge Bernal (Foto: AFP/Archiv/Jorge Bernal)

Neue Regierung richtet nach Sturz von Morales Außenpolitik neu aus

Erstmals seit elf Jahren will Bolivien wieder einen Botschafter in die USA entsenden: In einem symbolträchtigen Schritt nominierte die neue Übergangsregierung am Dienstag einen Botschafter für Washington. Die Nominierung von Walter Oscar Serrate Cuellar erfolgte elf Jahre, nachdem beide Staaten den Botschafter des jeweils anderen Landes ausgewiesen hatten. Damit untermauert die Übergangsregierung in La Paz die Neuausrichtung ihrer Außenpolitik nach dem Sturz von Ex-Präsident Evo Morales.

Die Nominierung von Serrate wurde vom bolivianischen Außenministerium über den Kurzbotschaften-Dienst Twitter verkündet. Der designierte neue Botschafter in den USA präsentierte Bolivien bisher bei den Vereinten Nationen in New York. Seine Nominierung muss noch vom Kongress bestätigt werden.

In den vergangenen Jahren war Bolivien in Washington nur durch einen Geschäftsträger vertreten, ebenso wie die US-Regierung in La Paz. Dieser Zustand dauert bereits seit 2008 an. Damals hatte der vor gut zwei Wochen gestürzte Morales den US-Botschafter ausgewiesen und ihm vorgeworfen, landesweite Demonstrationen gegen die Regierung zu unterstützen. Die US-Regierung wies daraufhin umgehend den bolivianischen Botschafter aus.

Der linksgerichtete Morales ist inzwischen nach Mexiko geflohen, in Bolivien hat sich die konservative Politikerin Jeanine Añez zur Interimspräsidentin ernannt. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen wandte sie sich außenpolitisch von Kuba und von Venezuelas umstrittenen Präsidenten Nicolas Maduro ab, zwei der wichtigsten Verbündeten von Morales. Die Nominierung eines Botschafters für die USA bekräftigt nun den neuen Kurs.


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