25.11.2019, 14:48 Uhr

Berlin (AFP) Merkel erinnert sich nicht an Konfrontation mit Macron

Merkel und Macron . Quelle: POOL/AFP/Archiv/Silas Stein (Foto: POOL/AFP/Archiv/Silas Stein)Merkel und Macron . Quelle: POOL/AFP/Archiv/Silas Stein (Foto: POOL/AFP/Archiv/Silas Stein)

US-Zeitung hatte über Wutausbruch berichtet - Seibert räumt Differenzen ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann sich nach Angaben ihres Sprechers nicht an einen persönlichen Streit mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erinnern, über den am Wochenende die "New York Times" berichtet hatte. "In der Erinnerung der Bundeskanzlerin an diesem Abend gab es weder Klage noch Wut noch Streit", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag mit Bezug auf ein Abendessen in am Tag der Feierlichkeiten zum Mauerfall-Jubiläum.

Das Zusammentreffen in Berlin sei vielmehr "eine wunderbare Runde" gewesen, "in der es im Wesenstlichen um die Ereignisse und Entscheidungen von vor 30 Jahren zur deutschen Einheit ging", sagte Seibert.

Daneben ging es laut Seibert freilich auch "um die oft unterschiedlichen Herangehensweisen Deutschlands und Frankreichs an Themen und Herauforderungen und um die Tatsache, dass wir stets gemeinsame Lösungen suchen und finden".

Der Brüssel-Korrespondent der "New York Times" hatte am Wochenende über das Treffen von Macron und Merkel berichtet und dabei in wörtlicher Rede Äußerungen der Kanzlerin angeführt. Aus Verärgerung über Macrons Politikstil habe sie gesagt: "Ich bin es müde, die Scherben aufzulesen. Immer wieder muss ich die Tassen zusammenkleben, die Sie zerbrochen haben, so dass wir uns wieder gemeinsam hinsetzen und Tee trinken können."

Die Zeitung führte den angeblichen Wutausbruch der Kanzlerin auf Macrons Kritik am Zustand der Nato zurück. Merkels Sprecher erinnerte am Montag daran, dass sich die Kanzlerin bereits öffentlich von Macrons Einschätzung distanziert hatte, wonach die Nato "hirntot" sei. Zudem bekräftigte er, dass Berlin Macrons Veto gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Ländern des westlichen Balkans bedaure.

In diesen Fragen gebe es in Berlin "erkennbar eine andere Herangehensweise als bei unseren französischen Partnern", sagte Seibert. Aber es gebe "immer den Versuch - und der ist fast immer erfolgreich, - einen gemeinsamen Weg zu finden". Deutschland und Frankreich seien eben "keine Länder, die gleich sind - das macht auch den Reiz aus".


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