24.11.2019, 11:21 Uhr

Berlin (AFP) SPD und Gewerkschaft Verdi mahnen wirksamen Schutz von Frauen vor Gewalt an

SPD und Verdi mahnen wirksamen Schutz von Frauen vor Gewalt an. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Peter Steffen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Peter Steffen)SPD und Verdi mahnen wirksamen Schutz von Frauen vor Gewalt an. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Peter Steffen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Peter Steffen)

Jede vierte Frau erlebt Gewalt in eigener Familie

SPD und Gewerkschafter haben einen wirksamen Schutz von Frauen vor Gewalt angemahnt. "Frauen werden belästigt, geschlagen, missbraucht, vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen oder ermordet", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Sonntag aus Anlass des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen. Allein in Deutschland erlebe jede vierte Frau Gewalt in der eigenen Familie.

Gewalt geschehe aber nicht nur im Privaten, sondern auch im Betrieb. Das reiche von Beschimpfungen, Bedrohungen, gezielten sexuellen Anzüglichkeiten und Abwertungen bis hin zu körperlichen Angriffen oder Raubüberfällen, kritisierte die Gewerkschafterin.

Sie forderte die Bundesregierung auf, die im Sommer verabschiedete Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt rasch zu ratifizieren und umzusetzen. "Mit der Konvention existiert endlich ein internationales Instrument, das verbindliche Mindeststandards regelt und Grenzen setzt, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen", erklärte Nutzenberger.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil verwies auf die Vereinbarung von Union und SPD im Koalitionsvertrag, Gewalt gegen Frauen und ihren Kindern zu bekämpfen. So würden am Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen von Bund, Ländern und Kommunen Lösungen erarbeitet, um das bestehende Hilfesystem zu verbessern. Dafür stelle der Bund innerhalb der nächsten vier Jahre 120 Millionen Euro für Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen bereit.

Zudem werde der Bundestag demnächst mit dem Bundeshaushalt für das Jahr 2020 auch Mittel für eine Monitoringstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention, dem Übereinkommen des Europarats von 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, bereitstellen.

Der frauenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sönke Rix, betonte, Gewalt gegen Frauen sei "jeden Tag in Deutschland traurige Wahrheit". "Wir müssen bei der Wurzel ansetzen und dafür sorgen, dass Frauen und ihre Kinder wirksam vor Gewalt geschützt werden - und das nicht erst, wenn es schon zu spät ist." Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen wird jährlich am 25. November begangen.


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