22.11.2019, 11:43 Uhr

Leipzig (AFP) Kramp-Karrenbauer warnt CDU vor schädlicher Selbstkritik

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Quelle: AFP/Odd Andersen (Foto: AFP/Odd Andersen)CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Quelle: AFP/Odd Andersen (Foto: AFP/Odd Andersen)

Parteichefin verteidigt Bilanz von Kanzlerin Merkel

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei vor schädlicher Selbstkritik gewarnt. Es sei "keine erfolgreiche Wahlkampfstrategie", wenn sich CDU-Politiker nun von der Bilanz der 14-jährigen Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) distanzierten. Für die CDU und ihre Wahlkämpfer sei es schädlich, "wenn man den Bürgern sagt, es war alles schlecht in den letzten 14 Jahren".

Kramp-Karrenbauer räumte ein, dass die CDU seit ihrem Amtsantritt ein "schwieriges Jahr" durchgemacht habe - "das gebe ich ganz offen zu". Zugleich warnte sie aber vor Schwarzmalerei: Vor dem Parteitag sei in vielen Medienberichten die Rede davon gewesen, dass in Leipzig eine "Revolution, ein Aufruhr" bevorstehe. "Wir lassen uns nicht in den Ruin hineinschreiben", mahnte sie.

Kramp-Karrenbauer rief ihre Partei auf, sich Personaldebatten zu verkneifen. "Was wir tun müssen", sei die Frage, die die Menschen interessiere. Das interessiere "wesentlich mehr", als "wer was werden kann", sagte sie unter dem Applaus der Delegierten.

Einen Seitenhieb leistete sich die CDU-Chefin gegen die Nachwuchsorganisation Junge Union, die ihre Amtsführung offen kritisiert hatte. Kramp-Karrenbauer erinnerte daran, dass die JU 1997 den Rücktritt Helmut Kohls als CDU-Chef gefordert hatte. Heute werde dies erneut von der JU "als Führungsfrage aufs Tablett gebracht", sagte sie. "Das gab es schon immer. Wir halten solche Diskussionen aus."


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