14.11.2019, 08:59 Uhr

Hamburg (AFP) Jedes elfte Kind in Deutschland kommt zu früh auf die Welt

Frühchen in einem Universitätsklinikum. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Waltraud Grubitzsch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Waltraud Grubitzsch)Frühchen in einem Universitätsklinikum. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Waltraud Grubitzsch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Waltraud Grubitzsch)

Frühchen mit erhöhtem Risiko für bestimmte Erkrankungen

Jedes elfte Kind in Deutschland kommt zu früh auf die Welt. Mit fast neun Prozent hat die Bundesrepublik damit eine der höchsten Frühgeborenenraten in Europa, wie die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des bevorstehenden Weltfrühgeborenentags am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Frankreich und Schweden liegen mit rund sechs Prozent Frühchen deutlich darunter. Bundesweit kamen 2018 fast 788.000 Kinder zur Welt - davon rund jedes elfte vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche und damit laut Definition zu früh.

Verglichen mit Kindern, die zum Termin geboren sind, haben Frühgeborene in den ersten acht Lebensjahren ein um 44 Prozent höheres Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen, ein um jeweils rund ein Drittel erhöhtes Risiko für Sehbeeinträchtigungen und chronische Bronchitis sowie ein um 14 Prozent höheres Risiko für akute Erkrankungen der unteren Atemwege. Insgesamt zeigt sich bei 22 Krankheitsgruppen, die Kinder häufig betreffen, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für früh geborene Kinder, wie aus dem aktuellen Kindergesundheitsreport der Krankenkasse hervorgeht.

Die Ursachen für Frühgeburten sind komplex. Risikofaktoren können bestimmte Erkrankungen der Mutter wie Diabetes, Bluthochdruck und unbehandelte Infektionskrankheiten, Veränderungen der Gebärmutter oder Plazenta, Fruchtbarkeitsbehandlungen und Tabakkonsum sein. Auch extremes Übergewicht oder Depressionen können eine Rolle spielen, dazu ist die Studienlage laut TK allerdings noch nicht eindeutig.


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