05.11.2019, 09:37 Uhr

Istanbul (AFP) Ankara: Schwester des getöteten IS-Anführers al-Bagdadi in Syrien festgenommen

Getöteter IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi. Quelle: AL-FURQAN MEDIA/AFP/Archiv/- (Foto: AL-FURQAN MEDIA/AFP/Archiv/-)Getöteter IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi. Quelle: AL-FURQAN MEDIA/AFP/Archiv/- (Foto: AL-FURQAN MEDIA/AFP/Archiv/-)

Türkische Regierung erhofft sich geheimdienstliche Erkenntnisse

Türkische Einsatzkräfte haben nach Angaben eines Regierungsvertreters in Ankara eine Schwester des getöteten IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi in Syrien festgenommen. Der Zugriff sei bei einem Einsatz in der Nähe der nordsyrischen Stadt Asas erfolgt, sagte der Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Festgenommenen handle es sich um die 1954 geborene Rasmija Awad.

Die türkische Regierung erhofft sich von der Vernehmung Awads geheimdienstliche Erkenntnisse über die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die türkischen Einsatzkräfte trafen bei dem Zugriff auf die Schwester al-Bagdadis auch auf ihren Ehemann, ihre Schwiegertochter und fünf Kinder. Die drei Erwachsenen wurden am Dienstag vernommen. Was Awad über den IS wisse, könne "unsere Erkenntnisse über die Gruppe deutlich ausweiten", sagte der türkische Regierungsvertreter. So könne die Türkei sich selbst und "den Rest Europas" besser "vor Terroristen schützen".

Die Festnahme von al-Bagdadis Schwester wurde von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigt. Bei den fünf Kindern handelte es sich nach Informationen der Beobachtungsstelle um Enkelkinder Awads. Auch vier Iraker seien festgenommen worden. Die Gegend um Asas wird seit einer Offensive im Jahr 2016 von türkischen Militäreinheiten kontrolliert.

US-Präsident Donald Trump hatte den Tod al-Bagdadis am 27. Oktober bekanntgegeben. Ein Spezialkommando der US-Sicherheitskräfte hatte den IS-Anführer demnach in der Nähe der Ortschaft Barischa in die Enge getrieben, bis er in einem Tunnel eine Sprengstoffweste zündete. Nachdem der IS in der Türkei mehrere Anschläge verübt hatte, trat Ankara 2015 der internationalen Anti-IS-Koalition bei.


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