01.11.2019, 10:48 Uhr

Berlin (AFP) Neuer Pflege-TÜV geht an den Start

Pflegeheim in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Jens Büttner (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Jens Büttner)Pflegeheim in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Jens Büttner (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Jens Büttner)

Spahn erhofft sich aussagekräftigere Bewertung der Heime

Der neue Pflege-TÜV zur Bewertung von Heimen ist am Freitag an den Start gegangen. Damit gebe es "ein besseres, aussagekräftigeres Bewertungssystem", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. "Es schafft Transparenz und damit Vertrauen ins System." Nunmehr stehe "nicht mehr der richtig gesetzte Haken im Aktenordner im Mittelpunkt". Entscheidend sei, wie es den Pflegebedürftigen tatsächlich gehe.

"So können Pflegebedürftige und ihre Angehörige besser vergleichen, wie gut Pflegeheime arbeiten", betonte Spahn. Er verwies darauf, dass der bisherige Pflege-TÜV den Pflegekräften viel bürokratische Arbeit bereitet habe und "doch nutzlos" gewesen sei. "Fast alle Heime hatten am Ende irgendwie die Note eins", kritisierte der Minister.

Seit Freitag muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) die Versorgungsqualität der Heime überprüfen. Dabei wird bei einer Stichprobe von jeweils neun Bewohnern geschaut, wie gut diese versorgt sind. Neben einem Gespräch mit den Pflegebedürftigen und der Kontrolle ihres Pflegezustands soll das Fachgespräch mit den verantwortlichen Pflegefachkräften wesentlicher Bestandteil des neuen Prüfverfahrens werden.

Die Pflegeheime müssen halbjährlich interne Qualitätsdaten bei ihren Bewohnern erheben, erstmals bis spätestens 30. Juni 2020. Dabei geht es etwa darum, wie mobil und selbstständig die Bewohner sind. Diese Daten werden an eine unabhängige Stelle weitergeleitet und dort ausgewertet. Anschließend wird jedes Heim mit den bundesweiten Ergebnissen aller Einrichtungen verglichen.

Die Ergebnisse der externen MDK-Prüfung und der internen Erhebung sollen den Verbrauchern ab 2020 zur Verfügung stehen. Das neue Bewertungssystem war im Pflegepersonalstärkungsgesetz von 2018 festgeschrieben worden.


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