31.10.2019, 18:25 Uhr

Beirut (AFP) IS-Miliz bestätigt Tod von Anführer al-Bagdadi und schwört Rache

Ein Autowrack inmitten von Trümmern des mutmaßlichen Verstecks von al-Bagdadi bei Barischa. Quelle: AFP/Archiv/Omar HAJ KADOUR (Foto: AFP/Archiv/Omar HAJ KADOUR)Ein Autowrack inmitten von Trümmern des mutmaßlichen Verstecks von al-Bagdadi bei Barischa. Quelle: AFP/Archiv/Omar HAJ KADOUR (Foto: AFP/Archiv/Omar HAJ KADOUR)

Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi zm Nachfolger ernannt

Die IS-Miliz hat den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi bestätigt und einen Nachfolger ernannt. Zum neuen Anführer sei Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi bestimmt worden, teilte die IS-Miliz am Donnerstag in einer Audiobotschaft mit. Über al-Haschimi ist bislang wenig bekannt, Experten zufolge war er bislang ein führender Richter der Miliz. Der IS drohte mit Rache für die Tötung seines bisherigen Anführers al-Bagdadi.

US-Präsident Donald Trump hatte die Tötung des IS-Anführers bei einem US-Einsatz in Nordsyrien am Sonntag verkündet; nun bestätigte die Miliz den Tod. "Oh Muslime, oh Mudschahedin, Soldaten des IS..., wir trauern um den Kommandeur der Gläubigen, Abu Bakr al-Bagdadi", sagte ein IS-Sprecher in der Audiobotschaft.

Demnach trat der Rat des IS "unverzüglich" nach dem Tod des 48-jährigen Anführers zu Beratungen über das weitere Vorgehen zusammen. Die Ältesten hätten entschieden, dass zum neuen Anführer al-Haschimi bestimmt werden solle.

Über den neuen IS-Chef ist wenig bekannt, er war zuvor selten als möglicher Nachfolger al-Bagdadis genannt worden. Er sei der führende Richter des IS und der Chef des Scharia-Komitees, sagte der irakische IS-Experte Hischam al-Haschemi.

Zugleich ergingen in der Audiobotschaft heftige Drohungen an die USA. US-Präsident Trump, der die Tötung al-Bagdadis wiederholt wortreich gefeiert hatte, sei ein "verrückter alter Mann", sagte der IS-Sprecher. Die Vereinigten Staaten sollten nicht "jubeln", denn die Anhänger des IS würden die Tat rächen.

Der IS-Sprecher rief zudem zur Befreiung der in Syrien und im Irak gefangen gehaltenen IS-Kämpfer auf. Die Gefängnisse mit etwa 12.000 gefangenen Dschihadisten wurden bislang von kurdischen Kämpfern bewacht. Angesichts der jüngsten türkischen Militäroffensive in Nordsyrien besteht international die Befürchtung, dass die IS-Kämpfer und ihre Angehörigen aus den Gefängnissen fliehen könnten.

Nach al-Bagdadi hatten die USA jahrelang gefahndet, er galt als der meistgesuchte Mann der Welt. Trump zufolge flüchtete al-Bagdadi während des Angriffs von US-Soldaten am Wochenende in einen Tunnel, zündete dort eine Sprengstoffweste und tötete damit sich selbst sowie drei seiner Kinder.

Al-Bagdadi hatte im Juli 2014 ein "Kalifat" in Syrien und im Irak ausgerufen, in dem zeitweise mehrere Millionen Menschen unter der Herrschaft der radikalen Islamisten lebten.


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