31.10.2019, 12:53 Uhr

Los Angeles (AFP) 30.000 Menschen müssen wegen neuen Brands bei Los Angeles ihre Häuser verlassen

Brand in der Nähe der Ronald-Reagan-Bibliothek. Quelle: AFP/Frederic J. BROWN (Foto: AFP/Frederic J. BROWN)Brand in der Nähe der Ronald-Reagan-Bibliothek. Quelle: AFP/Frederic J. BROWN (Foto: AFP/Frederic J. BROWN)

Kalifornische Feuerwehr kämpft weiter an mehreren Fronten

Im Kampf gegen gefährliche Waldbrände ist Kalifornien keine Atempause vergönnt: Im Simi-Tal nordwestlich von Los Angeles breitete sich am Mittwoch (Ortszeit) ein Feuer auf einer Fläche von mehr als 500 Hektar aus, die Behörden ordneten für 30.000 Menschen eine Evakuierung an und ließen die Ronald-Reagan-Bibliothek sichern. Auch in der Nähe des berühmten Getty-Museums, im Jurupa Valley und im Weinbaugebiet Sonoma kämpfte die Feuerwehr weiter gegen Großbrände.

Das sogenannte "Easy"-Feuer, das sich im Simi-Tal auf mehr als 520 Hektar erstreckte, machte die Evakuierung von etwa 7000 Häusern nötig. Rund 30.000 Menschen waren nach Behördenangaben von der Zwangsevakuierung betroffen. Die Gebäude blieben zwar zunächst von den Flammen verschont, dies könne sich wegen des starken Winds aber noch ändern, hieß es.

Auch die auf einem mit dichtem Buschwerk bewachsenem Hügel gelegene Ronald-Reagan-Bibliothek musste geräumt werden. Auf ihrem Gelände liegen der frühere US-Präsident Reagan und seine Frau Nancy begraben. Außerdem bewahrt die Bibliothek zahlreiche Zeugnisse aus Reagans Amtszeit auf. Die wichtigsten Ausstellungsstücke wurden vorsorglich in ein brandsicheres Kellergeschoss gebracht. "Es war ein verrückter Morgen, das kam unerwartet", sagte der Generaldirektor der Bibliothek, Duke Blackwood, der Nachrichtenagentur AFP.

Angefacht von starkem Wind habe sich das Feuer rasch durch das Buschwerk gefressen, sagte Chad Cook von der Feuerwehr des Bezirks Ventura. "Wir haben das noch nicht hinter uns", betonte der örtliche Feuerwehrchef Mark Lorenzen.

Die Feuerwehr kämpfte mit Löschhubschraubern und -flugzeugen gegen die Flammen. Weil in dem Brandgebiet bis Donnerstagabend mit einem Anhalten der gefährlichen Santa-Ana-Winde gerechnet wurde, ordneten die Behörden verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an.

In weiten Teilen des Südens von Kalifornien galt Alarmstufe Rot, 18 Millionen Kalifornier waren davon betroffen. Schulen blieben vorsichtshalber geschlossen.

Die Feuerwehr setzte auch ihren Kampf gegen das "Getty Fire" fort, das am Montag oberhalb von Los Angeles in der Nähe des Getty-Museums ausgebrochen war und bereits rund 750 Hektar zerstörte. Es war am Mittwoch zu gut einem Viertel unter Kontrolle.

Im Jurupa-Tal rund eine Autostunde östlich von Los Angeles brach ein Feuer in der Nähe einer Autobahn aus und breitete sich auf gut hundert Hektar Land aus. Das "Tick Fire", das fast 1900 Hektar niederbrannte, war am Mittwochvormittag (Ortszeit) zu 94 Prozent unter Kontrolle.

Bei der Bekämpfung des "Kincade"-Feuers weiter nördlich im Bezirk Sonoma machte die Feuerwehr Fortschritte. Wegen des Brandes auf einer Fläche von mehr als 31.000 Hektar hatten in der Gegend nahe San Francisco fast 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Einige von ihnen durften inzwischen zurückkehren.

Der US-Astronaut Andrew Morgan schickte den Menschen in den kalifornischen Brandgebieten von der Internationalen Raumstation ISS aus eine Solidaritätsbotschaft. Er denke an die Menschen, "die ihre Häuser verloren haben, und an die mutigen Ersthelfer an den Frontlinien", sagte er.

In Kalifornien wüten seit Tagen dutzende von Bränden. Todesopfer wurden bislang keine gemeldet. Gouverneur Gavin Newsom verhängte am Sonntag den Notstand über den gesamten Westküstenstaat.


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