29.10.2019, 12:12 Uhr

Berlin (AFP) Ein Drittel der Eltern liest Kindern laut Studie zu selten oder niemals vor

Vorlesen aus einem Buch. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)Vorlesen aus einem Buch. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)

Verfasser ermuntern Eltern - Auch Wimmelbücher und Bilderbücher zählen

Etwa ein Drittel aller Eltern in Deutschland liest den Kindern einer Untersuchung zufolge zu selten vor. 32 Prozent täten dies niemals oder nicht häufig genug, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten neuen Vorlesestudie der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn und der Zeitung "Die Zeit" hervorgeht.

Der Anteil habe sich seit 2013 nicht verändern, mahnten die Verfasser der Analyse. Vor allem Eltern mit formal niedriger Bildung lesen ihren Kinder im entsprechenden Alter von zwei bis acht Jahren zu selten oder niemals vor. Bei ihnen sei dies sogar zu 51 Prozent der Fall.

Die Auftraggeber ermunterten die Eltern, den Begriff des Vorlesens nicht zu eng zu fassen. Auch das gemeinsame Betrachten und Erklären von Wimmel- oder Bilderbüchern sowie Kindercomics gehöre dazu. Es gebe Kindern wichtige Impulse für ihre Sprachentwicklung und zum Lesenlernen.

"Viele Eltern verstehen den Begriff des Vorlesens zu eingeschränkt - vor allem jene, die selten vorlesen, denken nur an das klassische Lesen von Buch mit Text", erklärte Jürgen Kornmann, Beauftragter für Leseförderung der Deutsche-Bahn-Stiftung. Allgemein empfehlen die Macher Eltern, ihren Kindern 15 Minuten pro Tag vorlzuesen.

Vor allem Väter sind der Umfrage zufolge ausgesprochene "Vorlesemuffel". 58 Prozent lesen nie oder selten vor. Berufstätige Mütter lesen dagegen nur zu 27 Prozent zu selten oder nie vor. Bei nicht berufstätigen Müttern liegt der Wert indessen höher - und zwar bei 39 Prozent.

Die Vorlesestudie gibt es seit 2007. Dieses Jahr wurden dafür 700 Mütter und Väter von Kindern zwischen zwei und acht Jahren von einem Institut befragt. Für diese Gruppe sind die Ergebnisse nach Angaben der Macher repräsentativ.


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