27.10.2019, 06:40 Uhr

Washington (AFP) Medien: IS-Anführer al-Bagdadi vermutlich bei US-Angriff in Syrien getötet

IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi. Quelle: AL-FURQAN MEDIA/AFP/- (Foto: AL-FURQAN MEDIA/AFP/-)IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi. Quelle: AL-FURQAN MEDIA/AFP/- (Foto: AL-FURQAN MEDIA/AFP/-)

Aktivisten: Neun Tote bei Hubschrauberangriff in Idlib

Der Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist US-Medienberichten zufolge vermutlich bei einem US-Angriff in Syrien getötet worden. Wie US-Medien am Sonntagmorgen unter Berufung auf mehrere Regierungsvertreter berichteten, war al-Bagdadi das Ziel eines US-Militäreinsatzes in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens. Er soll demnach eine Sprengstoffweste gezündet haben, als die US-Spezialkräfte angriffen.

Der Einsatz sei im Geheimen vorbereitet und von US-Präsident Donald Trump angeordnet worden sein. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, will das US-Militär den Tod des IS-Anführers aber erst bestätigen, wenn alle Tests abgeschlossen sind. Idlib ist die letzte Rebellenhochburg in Syrien. Der größte Teil von Idlib steht unter der Kontrolle des syrischen Al-Kaida-Ablegers Hajat Tahrir al-Scham (HTS).

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London wurden am frühen Sonntagmorgen neun Menschen in Idlib bei einem Hubschrauberangriff erschossen. Der Angriff erfolgte demnach auf ein Haus und ein Auto am Rand des Dorfs Barischa. In dem Dorf hätten sich Kämpfer aufgehalten, die mit dem IS in Verbindung standen.

Die Hubschrauber hätten wahrscheinlich zur US-Armee gehört, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Es sei jedoch offen, ob sich al-Bagdadi zum Zeitpunkt des Angriffs in der Gegend befunden habe.

US-Medienberichten zufolge könnte es auch in einer Ansprach von Präsident Trump, die das Weiße Haus am Samstagabend angekündigt hatte, um den Einsatz gegen al-Bagdadi gehen. Trump werde sich am Sonntagmorgen um 09.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus äußern, teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Hogan Gidley, in Washington mit.

Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Trump hatte zuvor im Onlinedienst Twitter geschrieben: "Gerade ist etwas sehr Wichtiges passiert!" Mehr verriet aber auch er nicht.

Über den Aufenthaltsort al-Bagdadis wird schon seit Jahren gerätselt. In der Öffentlichkeit trat der IS-Anführer nur einmal auf, als er im Juli 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mossul ein "Kalifat" in Syrien und im Irak ausrief.

Zuletzt hatte der IS im April ein Video veröffentlicht, das den schon mehrfach totgesagten al-Bagdadi zeigen soll. Darin rief er seine Anhänger auf, den Kampf trotz des Verlusts ihres "Kalifats" fortzusetzen. Im September rief der IS-Anführer seine Anhänger in einer Audiobotschaft zur Befreiung gefangener Kämpfer und ihrer Familien auf.


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