26.10.2019, 21:29 Uhr

Vatikanstadt (AFP) Bischöfe wollen in Amazonas-Region Priesteramt für verheiratete Männer

Papst Franziskus (l.) mit Federnschmuck am 17. Oktober. Quelle: VATICAN MEDIA/AFP/Archiv/Handout (Foto: VATICAN MEDIA/AFP/Archiv/Handout)Papst Franziskus (l.) mit Federnschmuck am 17. Oktober. Quelle: VATICAN MEDIA/AFP/Archiv/Handout (Foto: VATICAN MEDIA/AFP/Archiv/Handout)

Vorstoß auf Amazonas-Synode in Rom

Die in Rom zur Amazonas-Synode versammelten katholischen Bischöfe haben Papst Franziskus aufgerufen, in der Amazonas-Region das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen. Voraussetzung soll dafür sein, dass die betreffenden Männer bereits als Diakone tätig sind, heißt es in einem am Samstagabend verabschiedeten Abschlussdokument der Synode. Überdies verlangen die Bischöfe, dass in der Region die Einführung des Diakonats für Frauen geprüft werden solle.

Hintergrund ist der Priestermangel in der Region. Angesichts des Zulaufs der evangelikalen Kirchen in Lateinamerika plädieren viele Katholiken seit langem dafür, neue Wege zu beschreiten und einerseits die Weihe älterer, verheirateter Männer - "viri probati" - zum Priesteramt zuzulassen, andererseits die Weihe von Frauen, etwa als Diakoninnen.

Auf diese Weise sollen in den Weiten des Amazonas-Gebiets genügend katholische Geistliche für das Spenden von Sakramenten zur Verfügung stehen. Die Gegner solcher Neuerungen berufen sich auf die katholische Kirchentradition, nach der nur unverheiratete Männer als Priester geweiht werden können und dann im Zölibat leben müssen.

Bei der dreiwöchigen Amazonas-Synode ging es auch um Fragen des Klimawandels und der Armutsbekämpfung, der Landenteignung und der Umweltverschmutzung. Die Ausbeutung der Amazonas-Region, die derzeit unter dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro besonders stark voranschreitet, bezeichneten die Bischöfe als "ökologische Sünde" und eine "Tat gegen Gott".


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