24.10.2019, 10:02 Uhr

Rehlingen (AFP) Wenig bekannte Robinie ist Baum des Jahres 2020

Ein Baum auf einem Feld. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Tom Weller (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Tom Weller)Ein Baum auf einem Feld. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Tom Weller (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Tom Weller)

Stiftung wählt bewusst umstrittene Art - Baum ursprünglich nicht heimisch

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020. Das teilte die Silvius-Wodarz-Stiftung am Donnerstag in niedersächsischen Rehlingen mit. Sie vergibt die Auszeichnung jedes Jahr und entschied sich nun nach eigenen Angaben bewusst für die eher unbekannter Art, die unter Experten umstritten ist. Die Robinie ist ein ursprünglich nicht in Europa heimischer Baum. Er gilt aber als anpassungsfähig, etwa an den Klimawandel.

Außerdem sei die Robinie ein idealer Stadtbaum, eine gute "Bienenweide" in Zeiten des Insektensterbens sowie wegen ihres hartes Holzes zudem eine Alternative zu Tropenholz, wie die Stiftung mitteilte. Sie will mit der Benennung ihrer Bäume des Jahres stets auch auf Probleme sowie ökologische Vor- und Nachteile von Baumarten hinweisen.

Die ursprünglich vor etwa 300 Jahren als Zierbaum für barocke Parks eingeführte Robinie wurde später auch in Wäldern ausgepflanzt. Grund war ihr Holz, dass für den Bau von Bergwerken genutzt wurde. Sie ähnelt im Aussehen der Akazie und wird von Laien oft mit dieser verwechselt.

Laut Stiftung ist der Anteil der Robinie in den Wäldern in Deutschland mit 0,1 Prozent nur gering. Sie ist jedoch eine invasive Art, die unwirtlichere Ökosysteme wie etwa Magerrasen und Dünen besiedelt und dadurch zerstört. Wo sie sich einmal ansiedelt, sei sie "nahezu unverwüstlich".

Die Baumart ist demnach anspruchslos sowie unempfindlich gegen Luftverschmutzung und Streusalze, was sie zu einem idealen Baum für Städte macht. Zudem gilt sie auch als potenzielle Hoffnungsträgerin in Zeiten des Klimawandels, der den Wäldern in Deutschland zuletzt zunehmend zusetzt.


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