24.10.2019, 06:52 Uhr

Düsseldorf (AFP) Zwei Drittel der Altenpflegehelfer liegen unter Niedriglohnschwelle

Pflegerin bei der Arbeit. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Kalaene (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Kalaene)Pflegerin bei der Arbeit. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Kalaene (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Kalaene)

Bundestag beschließt Donnerstag Gesetz über höhere Löhne

Rund zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Altenpflegehelfer in Deutschland liegen unter der so genannten Niedriglohnschwelle von 2203 Euro brutto im Monat. Das geht aus einer Daten-Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Linksfraktion im Bundestag hervor, aus der die Düsseldorfer "Rheinische Post" am Donnerstag zitierte. Auch bei den voll qualifizierten Altenpflege-Fachkräften lagen im vergangenen Jahr immerhin 14,1 Prozent bei Vollzeitbeschäftigung unterhalb der Niedriglohnschwelle.

Nach der EU-Definition liegt diese Schwelle bei 60 Prozent des durchschnittlichen Bruttomonatseinkommens. Das Bundesarbeitsministerium hatte die Schwelle unlängst mit 2203 Euro brutto pro Monat für das vergangene Jahr angegeben.

Vor allem bei den Pflegehelfern ging der Anteil derer, die unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen, seit 2012 nur geringfügig zurück. "Jahrelang wurden Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in der Pflege stillschweigend hingenommen", sagte Linken-Politikerin Susanne Ferschl der "Rheinischen Post".

Werden alle Vollzeitbeschäftigten in der Pflegebranche - also Fachkräfte und Pflegehelfer - zusammengerechnet, gab es zwischen 2012 und 2018 einen Rückgang des Anteils der Niedriglöhner. Im Jahr 2012 habe er bei 37,2 Prozent gelegen, 2018 bei 30,1 Prozent. Davon haben aber vor allem die höher qualifizierten Fachkräfte profitiert, nicht die Helfer.

Insgesamt arbeiten in der Altenpflege in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen. Davon sind dem Bericht zufolge nur gut 200.000 in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die hohe Teilzeitquote und die geringen Gehälter in der Alten- und Krankenpflege sind ein Grund für die zunehmende Personalnot in dem Sektor. Um die Löhne in der Altenpflege zu verbessern, soll an diesem Donnerstag im Bundestag das so genannte Pflegelöhne-Gesetz beschlossen werden.


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