20.10.2019, 12:40 Uhr

Washington (AFP) Trump will nächsten G7-Gipfel doch nicht in seinem Golfclub veranstalten

Der Trump National Doral Golf Club nahe Miami. Quelle: AFP/Archiv/Michele Eve Sandberg (Foto: AFP/Archiv/Michele Eve Sandberg)Der Trump National Doral Golf Club nahe Miami. Quelle: AFP/Archiv/Michele Eve Sandberg (Foto: AFP/Archiv/Michele Eve Sandberg)

Ortswahl hatte heftige Kritik ausgelöst

Nach scharfer Kritik und Korruptionsvorwürfen will US-Präsident Donald Trump den nächsten G7-Gipfel nun doch nicht in einem seiner eigenen Golfclubs ausrichten. Angesichts der "irrationalen und verrückten Feindseligkeit der Medien und der Demokraten" werde der Trump National Doral Golf Club im Bundesstaat Florida nun nicht mehr als Veranstaltungsort in Erwägung gezogen, verkündete Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Suche nach einem neuen Ort werde umgehend beginnen, schrieb Trump. Dabei werde auch die Möglichkeit geprüft, den Gipfel in Camp David stattfinden zu lassen, dem Landsitz des amtierenden US-Präsidenten.

Die vorherige Ankündigung, den für Juni 2020 geplanten Gipfel in seinem Golfclub zu veranstalten, hatte scharfe Kritik und Korruptionsvorwürfe provoziert. Die oppositionellen Demokraten warfen Trump vor, er wolle den Gipfel für seinen Vorteil nutzen. "Er nutzt sein Amt aus und trifft offizielle Entscheidungen der US-Regierung für seinen persönlichen finanziellen Gewinn", sagte der Vorsitzende des Justizausschusses, Jerry Nadler.

Die Demokraten kündigten ein Gesetzesvorhaben an, um den Gipfel im Golfclub zu verhindern. Es hatte zum Ziel, jegliche Finanzierung des Gipfels durch staatliche Gelder zu blockieren. Angesichts der republikanischen Mehrheit im Senat hätte es jedoch wenig Chancen auf Erfolg gehabt.

Der US-Präsident hatte seinen Doral-Club zuvor im Stil einer Werbekampagne angepriesen. Er sprach von einem "großartigen Ort" für den Gipfel. Als Vorzüge des Clubs nannte Trump unter anderem die Nähe zum internationalen Flughafen von Miami und die "großartigen Ausblicke" von den Wohngebäuden des Ressorts.

Der über 360 Hektar große Doral-Club ist eines der Aushängeschilder des Trump-Unternehmens und war einst eine seiner wichtigsten Einnahmequellen. Nach Berichten der "Washington Post" waren die Einnahmen zuletzt jedoch rückläufig. Die Zeitung berichtete im Mai, dass die betrieblichen Erträge des Resorts in zwei Jahren um 69 Prozent gesunken seien.

Der letzte von den USA ausgerichtete Gipfel der Staats- und Regierungschefs fand 2012 in Camp David statt - damals noch als G8-Gipfel, bevor Russland 2014 nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim aus der Gruppe ausgeschlossen wurde und die G8 wieder zur G7 wurden.


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